Verstorbene Mitschwestern

   

Sr. M. Birgitta (Anna)Schneider,
gest. am 12. Juni 2017

Sr. M. Alexandra (Berta) Schmidl,
gest. am 30.04.2017

Sr. M. Dietmar (Mathilde) Zierer,
gest. 25.04.2017

 Sr. M. Aloisia (Maria Theresia) Lampert,
gest. am 17.04.2017

Sr. M. Lidwina (Magdalena) Strobl,       
gest. am 05.04.2017

Sr. M. Michelina (Adelheid) Nägele,      
gest. am 14.03.2017

Sr. M. Rosina (Kreszenz) Gleich,          
gest. am 30.11.2016

Sr. M Reingardis (Theres) Hafner,        
gest. am 06.09.2016

Sr. M. Hildeburg (Marie) Böhm,           
gest. am 31. 08.2016

 


friedhofskreuz

 

 

 

 

Sr. M. Birgitta (Anna) Schneider, gestorben am 12. Juni 2017

 Passbild Ausschnitt

Im Evangelientext des Matthäusevangeliums können wir lesen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt. 25, 40). Diesen Auftrag Jesu, können wir im Leben von Sr. Birgitta verwirklicht sehen. Durch ihre gute Küche hat sie dem leiblichen Wohl vieler Menschen dienen können.

Sr. Birgitta wurde am 04.05.1937 in Pfalzpaint, Landkreis Eichstätt, als viertes   Kind der Eheleute Walburga und Josef Schneider geboren und auf den Namen Anna getauft. Sie wuchs zusammen mit ihren acht Geschwistern auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in ihrer Heimat auf. Im Anschluss an die Volks- und Hauptschule besuchte sie die Berufsschule in Schambach, die sie 1954 abschloss. Im letzten Jahr ihrer Berufsschulpflicht absolvierte sie die einjährige landwirtschaftliche Berufsschule.

Im März 1961 folgte die junge Frau ihren vier Schwestern in die St. Josefs-kongregation nach Ursberg, in der auch sie als Ordensfrau leben wollte. Dies waren Sr. M. Zita, Sr. M. Petra und Sr. M. Gisela, die bereits verstorben sind, und ihre Schwester Sr. M. Hermana.

Am 04.10.1962 trat die junge Anna ins Noviziat der St. Josefskongreation ein und legte am 04.10.1964 die zeitliche Profess ab. Am Franziskustag des Jahres 1967 versprach sie in der ewigen Profess, sich auf Lebenszeit an Gott zu binden und ihm und den Menschen zu dienen.

Da Sr. Birgitta von zu Hause bereits Erfahrungen aus der Landwirtschaft, aus Küche und Haushalt mitbrachte, lag es nahe, sie weiter in diesem Bereich tätig sein zu lassen.

Seit 1961 mit ihrem Eintritt in das Kloster wurde Sr. Birgitta in verschiedenen Häusern der Ursberger Einrichtung als Köchin eingesetzt, u. a. in St. Camillus und St. Martha.

1974 konnte die Ordensfrau in Augsburg die Hauswirtschaftsschule besuchen, die sie 1975 als Hauswirtschaftsmeisterin abschloss.

Nach Beendigung der schulischen Weiterbildung wurde Sr. Birgitta im Dezember 1975 auf Grund ihrer Fähigkeiten als Köchin im Heilbad Krumbad eingesetzt und hat dort bis ins Jahr 2001 die Küche geleitet. Sie war eine beliebte und geschätzte Mitschwester und Kollegin, der bei der Übergabe der Leitung der „Krumbadküche“ für ihre langjährige und vorbildliche Tätigkeit als Küchenleitung gedankt wurde.

Ab dieser Zeit durfte Sr. Birgitta Gott im Dienst als Sakristanin näher kommen und ihn nunmehr nicht mehr zwischen den Kochtöpfen finden, wie die hl. Theresia von Avila sagte, sondern in der Krumbader Kapelle im Haus des Herrn.

Auch diesen Dienst leistete die Schwester gern und gewissenhaft, bis zu ihrer schweren Erkrankung im Herbst letzten Jahres, die sie zwang von aller Tätigkeit Abschied zu nehmen und Gott im Leiden zu folgen und nahe zu kommen.

Auf Grund der Krankheit siedelte Sr. Birgitta auf die Pflegestation ins Mutterhaus um, auf der sie seit November 2016 lebte.

Still und geduldig harrte Sr. Birgitta in ihrem Leiden aus, bis sie der Herr am frühen Morgen des vergangenen Montags in sein himmlisches Reich aufnahm.

 

 

 Sr. M.Alexandra (Berta) Schmidl, gestorben am 30. April 2017

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„Er kleidet mich in Gewänder des Heils“, diesen Satz des Propheten Jesajas können wir über das Leben von Sr. M. Alexandra stellen, da sie all die Ordensjahre sich darum sorgte, dass wir Schwestern unser Ordenskleid tragen konnten.
Sr. Alexandra wurde am 11. Oktober 1928 in Zuchering, Landkreis Ingolstadt, als dreizehntes Kind eines Landwirtsehepaares geboren und auf den Namen Berta getauft. Das Leben der kleinen Berta war früh von Leid geprägt. Im Alter von zwei Jahren steckte sie sich an der Todeskrankheit ihrer Mutter an und erkrankte an einer tuberkulösen Kniegelenksentzündung, die zu einer Versteifung des Kniegelenkes führte. Erst seit 1946, also im Alter von 18 Jahren war es ihr möglich, frei und ohne Schienen zu gehen. Zudem starben vier ihrer Geschwister im Kleinkindalter und zwei ihrer Brüder fielen dem Krieg zum Opfer. Von Jugend an führte sie ein intensives religiöses Leben. Sie nahm täglich am Gottesdienst teil und war in der Betreuung von Jugendlichen bestrebt, den Glauben weiterzugeben und Glaubenskraft zu vermitteln.
Die Volksschulzeit erfüllte Berta während der Kriegsjahre. Allerdings musste sie aufgrund ihrer Erkrankung die Schulzeit immer wieder unterbrechen. Anschließend war sie bis 1945 in der landwirtschaftlichen Berufsschule in Zuchering. Ein körperlich belastender Beruf kam für sie nicht in Betracht. So kam die Zwanzigjährige im November 1948 nach Ursberg, um dort das Damenschneiderhandwerk zu erlernen. Hier besuchte sie nochmals die Berufsschule, um die theoretischen Grundlagen für dieses Handwerk zu erwerben. Nach ihrer Ausbildung zog sie wieder in ihre Heimat zurück. Dort war sie als selbständige Damenschneiderin tätig.
Doch neben ihrer Schneiderinnenausbildung legte Gott auch die Sehnsucht nach einem Ordensleben in ihr Herz, deshalb bat sie 1956 um Aufnahme in die St. Josefskongregation. Zwei Jahre später wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Ordensnamen Sr. M. Alexandra und die Einführung in das Ordensleben. Am 19. März 1960 versprach sie in der Ersten und drei Jahre später in der Ewigen Profess ihr Leben für Gott und für die Menschen in der Ursberger Schwesterngemeinschaft zu führen.
Von 1956 an war der Berufsplatz von Sr. Alexandra das Habitnähzimmer. Dort vereinte sie ihre Arbeit mit dem Gebet. Oft hörte man aus dem Habitnähzimmer geistliche Musik oder das gemeinsame Rosenkranzgebet der dort arbeitenden Schwestern bis hinein die Gänge klingen.
Sr. Alexandra war neben ihrer tiefen Religiosität aber auch eine lebensfrohe und gesellige Frau, die Freude an den gemeinsamen Zeiten im Konvent hatte. Sie trug mit ihrem lebhaften Wesen bis in ihre letzten Lebenswochen zur Unterhaltung bei und machte das Miteinander leicht und fröhlich. Jedoch wusste Sr. Alexandra auch genau, was sie wollte und die Mitschwestern im Habitnähzimmer und die Schwestern, die zur Anprobe der von Hand genähten Ordenskleider kamen, mussten sich ihren Anweisungen genau beugen, was man aber aufgrund ihres Humors gerne auf sich nahm.
Lebensgrundlage von Sr. Alexandra waren die gemeinsamen und persönlichen Gebetszeiten. Sie trug einen reichen Schatz an Gebeten in sich, die sie bis kurz vor ihrem Tod auswendig vortrug. Aber auch das freie und spontane Gebet war ihr bis in die letzten Tage Lebenshalt. So bat sie immer wieder, wenn die Beschwerden zu bedrängend wurden, unseren Herrn mit den Worten: „Himmelsvater, hol mich doch!“ Am 30. April 2017 öffnete dieser für sie das Tor in sein himmlisches Reich und hieß die fromme Ordensfrau zu sich kommen.

 

 

Sr. M. Dietmar (Mathilde) Zierer, gestorben am 26. April 2017

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Mit Sr. Dietmar geht eine Mitschwester von uns, die unermüdlich in der Sorge für hilfsbedürftige Menschen Gott dienen wollte.
Sie wurde am 2. Dezember 1931 als zweites von fünf Kindern in Hagelstadt, Landkreis Regensburg, geboren und nach ihrer Mutter auf den Namen Mathilde getauft. Als älteste Tochter war ihre Mithilfe im elterlichen Haushalt immer gefragt und so lernte das Mädchen von Jung an, sich helfend in eine Gemeinschaft einzubringen.
Die Kriegsjahre über besuchte sie die Volksschule, von 1946 bis 1949 die Mittelschule in Ursberg. Dabei lernte sie die Schwestern der St. Josefskongregation kennen. Da Sr. Dietmar immer eine Gott Suchende war und ihr gesamtes Leben im Gebet und im Studium religiöser Schriften ihre religiöse Beziehung zu vertiefen suchte, lag ihr der Schritt nahe, in die Schwesterngemeinschaft einzutreten und so Gott zu dienen. 1952 wurde sie am Franziskustag in das Noviziat aufgenommen und erhielt gemeinsam mit anderen jungen Frauen die Einführung in das Ordensleben. Am 4. Oktober 1954 versprach sie sich Gott in der Zeitlichen und drei Jahre später in der Ewigen Profess.
Viele Jahre war die Betreuung behinderter Menschen der Aufgabenbereich von Sr. Dietmar. Bereits als Bewerberin für die Schwesterngemeinschaft lernte sie die vielfältige Sorge für die Menschen mit Behinderung kennen. So war sie in Ursberg und für ein Jahr in Breitbrunn in verschiedenen Wohneinrichtungen eingesetzt. Sie begegnete allen Anvertrauten liebevoll und scheute keine noch so schwere Arbeit. So wuchs sie in den Aufgabenbereich der Sorge für Menschen mit Behinderungen mit seinen vielseitigen Verantwortungen hinein und konnte schließlich von Juli 1954 an die Leitung einer Wohngruppe übernehmen. Sie leitete verschiedene Gruppen von Erwachsenen mit einer Behinderung in den Häusern St. Florian, St. Elisabeth und St. Maria. Ihre Erfahrungen vertiefte sie mit der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in den Jahren 1970 bis 1973.
Nach 50 Jahren des Lebens mit und für Menschen mit Behinderungen stellte Sr. Dietmar sich mit 67 Jahren nochmals einer neuen Herausforderung. Da sie von ihrer Kindheit her das Leben in einfachen Verhältnissen kannte, scheute sie sich nicht, ein Jahr in Alba Julia/Rumänien bei den verschiedensten Arbeiten im Altenheim sich für die Menschen einzusetzen.
Nach ihrer Rückkehr im Jahr 2000 wurde das Haus und der Konvent St. Salvator ihre Heimat. Dort betreute sie, gemeinsam mit Mitarbeiterinnen, die dort lebenden älteren Mitschwestern. Sie schätzte das Leben in Gemeinschaft. Gesellig, gutmütig und humorvoll bereicherte sie das Konventsleben. Sie begleitete so manche ältere Mitschwester durch ihre Tage und Abende und besuchte treu Sonntag für Sonntag in St. Camillus ehemalige Weggefährtinnen, die in der Pflegestation auf Hilfe, Ansprache und gemeinsames Gebet angewiesen waren. Sie tat dies vielleicht auch aus dem Grund heraus, da sie persönlich dunkle und schwere Zeiten kannte. Diese meisterte sie mit Hilfe anderer Menschen, aber auch v.a. mit ihrer treuen Gottsuche und ihrem Glauben an den uns alle begleitenden Herrn und Gott.
Sr. Dietmar war dem Schönen gegenüber aufgeschlossen. Gerne besuchte sie die Konzerte und Theateraufführungen oder beteiligte sich an gemeinsamen Unternehmungen der Schwesterngemeinschaft wie Ausflüge oder gesellige Nachmittage. So oft es ihr möglich war, machte sie sich mit einer Mitschwester im Rollstuhl auf den Weg, um die Schönheiten der Natur zu erleben oder den ein oder anderen Menschen zu einem kleinen Gespräch zu treffen.
Gegen Ende des Jahres 2016 ließen die Kräfte der immer zur Verfügung stehenden Schwester zusehends nach. Sie musste sich daran gewöhnen, nun selbst immer mehr Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich von so vielem Liebgewordenen zu verabschieden. Immer ruhiger und leiser wurde die einst so umtriebige Schwester, um sich auf den Weg in die himmlische Heimat einzustellen. In den Morgenstunden des 26. Aprils holte Gott sie zu sich in seine Herrlichkeit.

 

Sr. M. Aloisia (Maria Theresia) Lampert gestorben am 17. April 2017

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Sr. M. Aloisia kam am 12. August 1927 in Salgen/Unterallgäu als erstes von fünf Kindern zur Welt und wurde auf die Namen Maria Theresia getauft. Sie erlebte auf dem heimatlichen Landwirtschaftsanwesen im Kreise ihrer Familie eine frohe Kinder- und Jugendzeit.
Das Familienleben war von tiefer Frömmigkeit geprägt. Bereits im Alter von 2 Jahren nahm die Mutter das kleine Mädchen mit in die Kirche und setzte es auf den Betschemel, damit es auf den Altar sehen konnte. Sr. M. Aloisia berichtet: „Ich muss schön die Hände falten, denn auf dem Altar ist Jesus, so erzählte es mir die Mutter.“ Täglich betete die Familie gemeinsam den Rosenkranz. „Kein Wunder, dass ich später den Ordensberuf wählte“, schreibt die Ordensfrau in einem Lebensrückblick.
Das Mädchen besuchte acht Jahre lang die Volksschule in Salgen. Da es gerne zum Stift griff und wortgewandte Aufsätze schrieb, hätte Maria Theresia gerne die Mittelschule besucht. Leider war ihr dies aufgrund verschiedener Umstände nicht möglich. Deshalb folgte nach dem Volksschulbesuch die Fortbildungsschule in Pfaffenhausen. Daneben galt es in Haus und Hof den Eltern zu helfen, da auch eine pflegebedürftige Großmutter in der Familie lebte.
In Maria Theresia wuchs der Wunsch als Ordensfrau in tiefer Verbundenheit mit Gott zu leben und ihm im Dienst an den Menschen zu begegnen. Als Neunzehnjährige trat sie in die Gemeinschaft von Ursberg ein und wurde am Josefstag 1948 in das Noviziat aufgenommen. Sr. Aloisia legte am 19. März 1950 die zeitliche und drei Jahre später die ewige Profess ab.
Sie lernte in ihren jungen Ordensjahren die Arbeit in Wohngruppen kennen und lieben. Bis 1979 war sie in verschiedenen Häusern eingesetzt; so war sie in St. Vinzenz, in St. Josef, St. Joachim, St. Elisabeth und St. Maria. Besonders lag ihr die Betreuung und Pflege der schwer behinderten Menschen am Herzen. Da die pflegerischen Arbeiten von ihrer Konstitution her für die Schwester eine stete Anstrengung und Herausforderung waren, wechselte sie ihren Aufgabenbereich. Von 1979 bis zu ihrem Umzug 2016 in das Mutterhaus war Haus und Konvent St. Camillus ihre klösterliche Heimat. Sie war an der Pforte und bei vielen Diensten im Haus anzutreffen.
Was Sr. Aloisia so besonders machte, war ihre freundliche Weise den Menschen zu begegnen. Immer trug sie ein Lächeln und freute sich über jedes Entgegenkommen. Sie bewahrte sich bis in ihre letzten Lebenstage ihre kindliche Art und fügte sich in alles, was ihr das Leben brachte. Treu blieb sie ihrer Familie verbunden. Treu blieb sie aber vor allem in ihrem Glauben an unseren Herrn Jesus Christus. Ihm trug sie immer ihre Anliegen, ihre Freuden und ihr Seelenweh, vor, ohne die Not der gesamten Welt aus dem Auge zu verlieren. Von tiefer Religiosität spricht ihr geistliches Tagebuch, das sie über viele Jahrzehnte hinweg geschrieben hat.
In dieser Verbundenheit mit Gott ging Sr. Aloisia gefasst und ruhig den Weg durch ihre letzten Lebenstage. In den Morgenstunden des Ostermontags holte Gott die auf Erden müde gewordene Schwester heim zu sich.

 

 

 

 

 

Sr. M. Lidwina (Magdalena) Strobl, gest. am 5. April 2017

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Sr. M. Lidwina wurde am 28.12.1930 in Scheppach als zweitältestes Kind eines Landwirtsehepaares geboren und auf den Namen Magdalena getauft. Sie wuchs mit ihren sieben Geschwistern auf dem heimatlichen Hof auf und besuchte in Scheppach die Volksschule sowie die landwirtschaftliche Berufsschule. Das Leben der Familie war vom katholischen Glauben geprägt und von klein auf hatte das Mädchen den Wunsch, einmal als Klosterfrau Gott zu dienen.
Mit 16 Jahren trat Magdalena als Internatsschülerin in das Lehrerinnenseminar in Ursberg ein. Die Ausbildung brach sie aber auf eigenen Wunsch hin ab, da sie als Krankenschwester den Nächsten dienen wollte. So besuchte sie von 1951 bis 1953 die Krankenpflegeschule in St. Camillus in Ursberg.
Im Beruf der Krankenpflegerin fand die junge Frau ihre Erfüllung. Hand in Hand mit der Ausbildung wuchs in ihr auch weiterhin die Sehnsucht als Ordensfrau für Gott und die Menschen zu leben. Sie bat um Aufnahme in die Schwesterngemeinschaft der St. Josefskongregation und wurde nach ihrer Ausbildung am 4. Oktober 1953 in das Noviziat aufgenommen.
Während der Zeit der Einführung in das Ordensleben widmete sich Sr. Lidwina den kleinen Kindern im sogenannten Engelhof; diese waren auf intensive liebevolle Pflege angewiesen. Wichtig wurde ihr in diesen Jahren das schwesterliche Miteinander in der Kongregation. Sie schätzte das gemeinsame Leben und brachte sich mit Heiterkeit und Frohsinn ein. Tiefe Liebe hatte sie bis zu ihrem Lebensende zum gemeinschaftlichen Gebet und zur Feier der Eucharistie.
Nach der zeitlichen Profess, am Franziskustag 1955, und der Ewigen Profess 1958 war von Sr. Lidwina berufliche Flexibilität verlangt. Sie löste die Mitschwestern in verschiedenen Häusern und auf verschiedenen Stationen ab. In den sechziger Jahren konnte sie ihr berufliches Wissen in einem Lehrgang erweitern. Mit diesem erhielt sie die Lehrbefähigung an Krankenpflegeschulen. In den siebziger Jahren besuchte sie eine Ausbildung zur Laborhelferin. So kam es, dass sie, nach Jahren in der unmittelbaren Krankenpflege in St. Josef und St. Camillus, 1970 die Labortätigkeit in Pfaffenhausen und vier Jahre später im Krumbad übernahm.
Ein beruflicher Wechsel erfolgte 1978. Sr. Lidwina wurde Konventsoberin in Fendsbach. Dort aber fand sie nicht die Erfüllung. Deshalb bat sie 1981 wieder in ihren ursprünglichen Beruf wechseln zu können. Von 1982 bis 2008 war Maria Bildhausen ihre klösterliche Heimat und ihr Betätigungsfeld als Hauskrankenschwester.
Im Alter von 78 Jahren verließ sie Maria Bildhausen, um nach Ursberg zurückzukehren und im Haus St. Salvator ein neues Zuhause zu finden. Schön war es für sie, wieder den Kontakt zu ihrem Bruder Richard intensiver pflegen zu können, der ihr als Priester in besonderer Weise nahe stand und sie treu besuchte.
Bis zu ihrem letzten Lebenstag kam die Ordensfrau mit besonderer Freude dem gemeinsamen Gebet nach und schätzte das schwesterliche Miteinander. Noch an ihrem Sterbetag stand sie, die am Leben vielseitig interessiert war, mit einer Mitschwester im telefonischen Kontakt, um sich über die aktuellen Geschehen in Maria Bildhausen und Ursberg auszutauschen. Auch war sie in gewohnter Weise im Konvent bei den Mahlzeiten und dem Gebet anwesend.
Sr. Lidwina fiel es nicht leicht, die zunehmende Angewiesenheit auf Hilfe zu akzeptieren. Sie, die immer anderen hilfsbereit zur Seite stand, wollte niemanden belasten. Sicher nahm Gott ihr diese Sorge mit ihrem unerwartet schnellen Sterben am Abend des 5. April 2017 ab, um sie in seine himmlischen Wohnungen aufzunehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Sr. M. Michelina (Adelheid) Nägele, gest. am 14. März 2017

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Sr. M. Michelina kam am 29.6.1922 in Langwies, Unterkammlach, Kreis Mindelheim, zur Welt und wurde auf den Namen Adelheid getauft. Sie wuchs mit 4 Geschwistern auf. Ihre Mutter starb bereits mit 28 Jahren nach der Geburt eines Kindes. So hatte die kleine Adelheid sicher auch keine leichte Kindheit.
Das Mädchen besuchte ab 1928 die Volksschule und anschließend bis 1938 die ländliche Berufsschule. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr war Adelheid daheim und half in der Landwirtschaft mit. Danach war sie 2 Jahre den Sommer über in Wörishofen, dann in Memmingen und Schwaighausen sowie 6 Jahre in Westerheim bei Bauern zur Haus-, Stall- und Feldarbeit.
Die junge Frau pflegte das religiöse Leben, besuchte, so oft sie konnte, den Gottesdienst und war sehr interessiert an religiöser Lektüre. So reifte in ihr der Entschluss, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Sie war überzeugt, dass Gott sie in der St. Josefskongregation haben wollte. Sie trat am 14.11.1946 in unsere Gemeinschaft ein, wurde am Josefstag 1948 eingekleidet und legte am 19. März 1950 die erste Profess ab. Am Josefstag 1953 band sie sich auf Lebenszeit an die St. Josefskongregation.
Das Arbeitsfeld von Sr. M. Michelina war auch im Kloster zunächst die Landwirtschaft in Ursberg und ein halbes Jahr in Maria Bildhausen. Ab Februar 1952 war sie für 6 Monate in einer Wohngruppe eingesetzt. Danach war die Korbflechterei ihr Einsatzort: zuerst in Ursberg und dann fast 10 Jahre in Pfaffenhausen.
Ab 1963 war Sr. M. Michelina wieder in Ursberg und hier für häusliche Aufgaben zuständig. Sorgfältig erfüllte sie ihren Dienst.
Ihre Kräfte ließen nach dreißig Jahren in dieser Aufgabe allmählich nach und so zog sie 1992 in die Station für ältere Schwestern. Sie benötigte zunehmend mehr Hilfe. So wechselte sie im Juni 2012 in die Schwesternpflegestation. Für alle Unterstützung war sie sehr dankbar. Sr. M. Michelina wurde immer mehr zu einer stillen Beterin, die täglich gern in der Anbetungskapelle verweilte. Der Rosenkranz war ihr ständiger Begleiter, den sie auch gern zur Hand nahm, wenn sie nachts nicht schlafen konnte. Mit ihrer Gehhilfe ging sie häufig zur Grotte und empfahl der Gottesmutter ihre Anliegen. In der letzten Zeit ließ sie sich in ihrem Rollstuhl am Nachmittag in die Kapelle zum Gebet fahren, wo sie neben der Muttergottes-Statue ihren Platz fand.
In ihrem Zimmer konnte sie bis vor wenigen Monaten beim Stricken angetroffen werden. Die Armen lagen ihr am Herzen. Für sie strickte sie mit Eifer warme Socken. Gerne hörte sie Musik, die ihren Alltag erhellte. Hierbei bevorzugte sie neben Volksmusik religiöse Lieder.
Sr. M. Michelina freute sich immer über Besuch. Ihr Interesse am Geschehen in Welt, Kirche und Gemeinschaft war bis zu ihrer schweren Erkrankung vor einigen Wochen sehr lebendig.
In der letzten Zeit spürte sie, dass Gott sie bald heimholt. Vor einer Woche empfing sie die Krankensalbung zur Stärkung auf ihrer letzten Wegstrecke. Am Morgen des 14. März sagte sie zur Pflegerin: „Ich kann nicht mehr!“ Unerwartet rasch verschied sie dann gegen Mittag in ihrem Beisein. Möge Gott ihr nun die Fülle des Lebens schenken.

 

 

 

Sr. M. Rosina (Kreszenz) Gleich, gest. am 30. November 2016

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Sr. M. Rosina kam am 25. März 1923 in Vorderschellenbach, nahe Ziemetshausen, als 6. Kind eines Landwirtehepaares zur Welt und wurde auf den Namen Kreszenz getauft, von allen aber Zenzi gerufen. Sie wuchs in ihrem Elternhause auf, besuchte in Schellenbach von 1929 bis 1934 die Volksschule und anschließend für drei Jahre die ländliche Berufsschule.
Von Kindheit an pflegte das Mädchen das religiöse und kirchliche Leben. Kreszenz beteiligte sich bei Gottesdiensten in der Mädchensingschar und war Sammlerin für die Caritas.

In den Kriegsjahren unterstützte die junge Frau ihre Eltern im heimatlichen Betrieb. 1948 wollte sie, da sie gerne hauswirtschaftliche Tätigkeiten verrichtete, im Krumbad weitere Fertigkeiten im Kochen und der Versorgung eines Haushaltes erwerben. Dort lernte sie aber auch das Ordensleben der Schwestern der St. Josefskongregation kennen und es wuchs in ihr der Wunsch, sich als Ordensschwester Gott und den Menschen zu widmen. Zunächst aber musste sie noch einige Zeit in Haus und Hof den betagten Eltern zur Seite stehen. Ehe sie den endgültigen Schritt in die Gemeinschaft tat, war die junge Frau als Hausgehilfin in einer Familie tätig. Sie wollte in Eigenständigkeit und Unabhängigkeit für sich ihren weiteren Lebensweg klären. Da sie sich für ihre Familie verantwortlich wusste, tat sie sich schwer, den endgültigen Schritt in die Ordensgemeinschaft zu tun, aber letztendlich spürte sie in sich, dass das Leben als Ordensschwester ihre Berufung ist. So trat sie, mittlerweile 27 Jahre alt, am 5. Dezember 1950 in die St. Josefskongregation ein. Am Franziskustag 1952 wurde die junge Frau in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen: Sr. Maria Rosina. Nach zwei Jahren der Ordensausbildung legte sie am 4. Oktober 1954 die zeitliche Profess ab und band sich drei Jahre später mit der Ewigen Profess für ihre gesamte Lebenszeit an die Schwesterngemeinschaft und Gott.

Sr. Rosina war einige Monate in der Küche von St. Martha, später als Hausfrau des Noviziates eingesetzt. Bereits von November 1951 an wurde aber die Tätigkeit in verschiedenen Gruppen ihre Aufgabe. Von 1963 bis 1996 – also 33 Jahre lang – hatte sie die Gruppenleitung der Gruppe Monika im Haus St. Martha inne. Von ihren jungen Ordensjahren an entsprach ihr das Zusammenleben mit den Menschen mit Behinderungen, wobei sie vor allem ein Herz für die schwerer behinderten Bewohnerinnen zeigte.

Im Alter von 73 Jahren übergab sie „ihre Wohngruppe“ Mitarbeiterinnen und wechselte ihren Lebensort. Sie zog in den Konvent St. Salvator, wo sie von nun an ihren älteren Mitschwestern beistand. Von 1996 bis 1998 wirkte sie als Mithilfe auf der Altenstation im Mutterhaus, um von November 1998 an wieder in St. Salvator ihre endgültige Heimat auf Erden zu finden. Bis in ihre letzten Lebenswochen war sie hilfsbereit um das Wohl ihrer Mitschwestern besorgt, stand ihnen und den Mitarbeiterinnen von St. Salvator zur Seite und richtete liebevoll kleine Zwischenmahlzeiten für die Schwestern her. Bei all ihrem Sorgen um die anderen lebte sie stets in enger Verbundenheit mit ihren Verwandten.

Sr. Rosina war aber nicht nur eine arbeitende Frau. Geprägt von einer gesunden und standfesten Frömmigkeit war ihr das gemeinsame und persönliche Gebet, aber auch der Lobpreis Gottes in der Natur und das frohe Miteinander wichtig. Interessiert und freundlich begegnete sie den Menschen, widmete aber vor allem die stillen Abendstunden für das Gespräch mit Gott in der Hauskapelle.

Die letzten Wochen waren gezeichnet von zunehmender Krankheit und Schwäche. Es war der immer aktiven und hilfsbereiten Schwester gewiss nicht leicht nun selber auf Hilfe angewiesen zu sein. Aber in diesen drei Wochen nahm sie diese Hilfe an und bereitete sich auf das Sterben vor.

Sr. Rosina war eine von Dankbarkeit geprägte Schwester. Von ihren Urlauben brachte sie stets ein kleines Mitbringsel für die Hausoberin mit, um damit ihre Freude über die erlebten Tage auszudrücken. An einem ihrer letzten Lebenstage aber bedankte sie sich bei Sr. Salesia ausdrücklich für alles Entgegenkommen, alle Hilfe und das Miteinander. In dieser Haltung, umsorgt von Verwandten, Mitarbeiterinnen und Mitschwestern, verbrachte sie ihre letzten Lebenstage, um in der ersten Stunde des 30. November still zu Gott zu gehen und bei ihm ihre letzte Heimat zu finden.

 

Sr. M. Reingardis (Theres) Hafner gest. am 6. September 2016

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Sr. M. Reingardis war eine Mitschwester, die im Alltag treu und zuverlässig ihre Aufgaben erfüllte, sich aber stets im Hintergrund hielt und das stille Zusammensein mit Gott im persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet schätzte.
Als Tochter eines Landwirtehepaares am 7. Mai 1931 in Sankt Johann, Gemeinde Unterkammlach geboren und auf den Namen Theres getauft, wuchs sie gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder in einer Familie auf, der das religiöse Leben wesentlicher Lebensinhalt und Lebenshalt war.
Theres besuchte die Volksschule und anschließend die landwirtschaftliche Berufsschule. Als ihre Mutter 1948 verstarb, übernahm eine Tante die Sorge für das Hauswesen. Theres stand dieser in der Hausarbeit bei, verrichtete aber auch gemeinsam mit dem Vater und Bruder erforderliche Arbeiten in der Landwirtschaft.
Die junge Theres war Mitglied in der katholischen Landjugendgruppe. Sie hatte große Freude an den Gemeinschaftsstunden und beteiligte sich mit großem Eifer am religiösen Leben in der Pfarrei. Trotz des sehr weiten Weges zur Kirche besuchte sie häufig die Gottesdienste an Sonn- und Werktagen. Sie scheute sich auch nicht, Betstunden in der Nacht zu übernehmen. Sie machte wiederholt Exerzitien und beteiligte sich an Einkehrtagen der Jugend. 1958 war sie einige Monate bei den Schwestern in Pfaffenhausen im Krankenhaus, um das Kochen zu erlernen. Dabei lernte sie die Ursberger Schwestern und deren Leben kennen. So lag es der im Glauben tief verwurzelten Frau nahe, 1960 den Schritt in die Ordensgemeinschaft zu wagen.
Am Franziskustag des Jahres 1963 wurde sie in das Noviziat aufgenommen. Von nun an tat sie ihren Dienst als Sr. M. Reingardis. Am 4. Oktober 1965 legte Sr. Reingardis die zeitliche und drei Jahre später die ewige Profess ab.
Vom Beginn ihres Ordenslebens an arbeitete sie gemeinsam mit Mitschwestern in der großen Landwirtschaft von Ursberg. Dabei war sie im Stall bei den Kühen eingesetzt. Fleißig und gewissenhaft erledigte sie alle schweren Aufgaben. Bei ihrer kleinen Konstitution musste sie viel Mühe aufwenden, um das Arbeitspensum zu bewältigen. Aber sie tat ihren Dienst gerne.
Als die Landwirtschaft 1991 aufgelöst wurde, bereicherte die zurückhaltende Schwester die Gemeinschaft mit vielen kleinen und großen Hilfsdiensten im Konvent. Für sechs Jahre war dies in Bad Grönenbach, wo sie im Altenheim wirkte. Von 1996 an erledigte sie häusliche Dienste im Haus St. Salvator.
Im Laufe der letzten Jahre nahmen ihre Kräfte ab und Sr. Reingardis war zunehmend auf die Hilfe und Zuwendung anderer angewiesen. Aber nach wie vor nahm sie gerne am klösterlich religiösen Leben teil und lebte in der Verbindung mit Gott, auf den sie baute, dem sie vertraute und auf den sie hoffte.
Am Morgen des 6. Septembers 2016 holte sie Gott zu sich in sein himmlisches Reich.

Sr. M. Hildeburg (Maria) Böhm, gestorben am 31. August 2016

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Mit Sr. Hildeburg geht eine Schwester von uns, der ein gelungenes Miteinander mit den Menschen, aber auch die Hinwendung zu Gott Lebensinhalt war.
Schon früh musste das am 20.10.1935 geborene und auf den Namen Marie getaufte Mädchen Leid erleben. Es lebte mit seinen sieben älteren Geschwistern in Silberbach/Böhmen, heute Tschechei. Marie besuchte von 1941 an die Volksschule in ihrem Heimatort. 1944 wurde diese für deutsche Kinder geschlossen und diesen Kindern war jeder Schulbesuch verwehrt. Nach dem Tod des Vaters musste die neunköpfige Familie 1946 die Heimat verlassen und kam nach Unterfranken. Infolge der Flucht und der Lebensbedingungen in den Lagern starben ihre beiden Schwestern. In Rheinfeldshof, nahe Maria Bildhausen, baute sich die Familie ein neues Zuhause auf; auch der Besuch der Volks- sowie der Berufsschule war wieder möglich.
Während der Berufsschulzeit lernte Marie in Maria Bildhausen das Nähen und war anschließend für 2 Jahre im Nähzimmer eingesetzt. Der Aufenthalt in Bildhausen ließ in der jungen Frau den Wunsch erwachen, als Ordensschwester für Gott und die Menschen zu leben. Nach dem Eintritt in die St. Josefskongregation erlernte sie von 1956 bis 1958 das Wäscheschneiderhandwerk. Da sie die Gehilfenprüfung als Bundessiegerin abschloss, lag es nahe, später auch die Meisterprüfung abzulegen.
In die Zeit der Berufsausbildung fiel auch die Ordensausbildung. Am Franziskustag 1958 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt den Schwesternnamen. Sr. Hildeburg legte am 4. Oktober 1960 die zeitliche Profess und drei Jahre später die Profess auf Lebenszeit ab.
Sr. Hildeburg lebte immer im Konvent St. Maria. Eine Ausnahme waren die Jahre 1968 bis 1970, wo sie in Maria Bildhausen eingesetzt war. Sr. Hildeburg nähte gemeinsam mit anderen Schwestern für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung. Die Ordensfrau war an steter Weiterbildung im spirituellen und beruflichen Bereich interessiert. So besuchte sie neben dem Ordensseminar den Helferkurs der Fachschule für Heilerziehungspflege und die sonderpädagogische Zusatzausbildung für Mitarbeiter in der WfbM. Daneben engagierte sie sich hilfsbereit in der Schwesternfeuerwehr und an Festtagen beim Bedienen der Gäste im Klosterbräuhaus.
Sr. Hildeburg fühlte sich verantwortlich für das Wohl ihrer Mitschwestern. So war sie im Konventsrat und ab 2006 als Konventsleitung tätig. Nachdem aufgrund der fortschreitenden Erkrankung die Kräfte von Sr. Hildeburg nachließen, widmete sie sich von 2015 an vornehmlich den häuslichen Tätigkeiten. Die Betreuung der Sakristei in der hauseigenen Kapelle ließ ihr zudem eine weitere Möglichkeit, ihre Verehrung für unseren Herrn und Gott auszudrücken. So sorgte sie gerne für eine ästhetisch gelungene Ausgestaltung der Eucharistiefeiern.
Im Vertrauen auf Gottes Führung trug Sr. Hildeburg ihre schwere Krankheit. Nach und nach gab sie ihre Aufgaben in andere Hände, um mit der Auflösung des Schwesternkonventes St. Maria im Mai dieses Jahres nach St. Salvator zu übersiedeln. Auch dort wollte sie mit Näharbeiten die Gemeinschaft bereichern. Dies war ihr aber nicht mehr möglich.
Im August wurden ihre Beschwerden so intensiv, dass Sr. Hildeburg zunächst das Krankenhaus aufsuchte und später in die Pflegestation im Mutterhaus übersiedelte. In all ihrem Leid trug sie immer wieder ein Lächeln im Gesicht.
Die auf Gott vertrauende Schwester konnte in den Abendstunden des 31. August im Kreis einiger Mitschwestern von dieser Welt Abschied nehmen.

Sr. M. Roswitha (Christina) Englberger, gestorben am 16. Dezember 2015

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Sr. Roswitha wurde am 8. Dezember 1929 in Schmidlkofen bei Dingolfing als fünftes von 11 Kindern eines Landwirtsehepaares geboren und auf den Namen Christina getauft. Sie wuchs im Kreis ihrer großen Familie auf und musste miterleben, wie zwei Geschwister als Kleinkinder und ein Bruder infolge einer Kriegsverwundung 1945 verstarben. Nach dem Besuch der Volksschule von 1936 bis 1944 und dem anschließenden zweijährigen Besuch der landwirtschaftlichen Berufsschule war sie bis zu ihrem Klostereintritt im landwirtschaftlichen Anwesen ihrer Eltern tätig.
Schon von Jung auf war Sr. Roswitha das religiöse Leben wichtig. Bereits als Schülerin besuchte sie trotz weiterer Entfernung von der Kirche an jedem Schultag vor dem Unterricht die hl. Messe. So wuchs in ihr die Sehnsucht, wie ihre Tante als Ordensschwester in der St. Josefskongregation zu leben. Hier wollte sie im Gebet und in der Arbeit für die Menschen Gott nahe sein. Deshalb trat sie mit 21 Jahren, im Dezember 1950, in die Ordensgemeinschaft ein. Dort war sie in den ersten beiden Jahren im Pflegedienst bei Kindern und Jugendlichen.
Am 4. Oktober 1952 wurde Sr. Roswitha in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihre Einführung in das Ordensleben. Zunächst war sie im Haushalt der damals noch recht großen Noviziatsgemeinschaft eingesetzt. Die Erste Profess legte sie am Franziskustag 1954 und die Profess auf Lebenszeit am Franziskustag 1957 ab.
Im 2. Noviziatsjahr kam Sr. Roswitha in die Schuhmacherei, wo sie die nächsten 41 Jahre wirken sollte. Sie schloss im Oktober 1955 die Ausbildung zur Gesellin im Schuhmacherhandwerk ab. Es folgten 1962 die Meisterprüfung für das Schuhmacherhandwerk und 1963 die Meisterprüfung für das orthopädische Schuhmacherhandwerk.
Sr. Roswitha verbreitete in der Werkstatt mit den vielen Mitarbeitern, von denen etliche auch Besucher der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen waren, eine wohlwollende, freundliche und fröhliche Atmosphäre. Man betrat die Werkstatt gerne, um die Schuhe zur Reparatur zu bringen. In der Schuhmacherei wurde auf die fabrik- und serienmäßige Schuhherstellung verzichtet. Sr. Roswitha praktizierte ihr Handwerk in althergebrachter und solider Handarbeit. Sie reparierte mit ihren Gesellen und Mitarbeitern die Schuhe der Heimbewohnerinnen, Heimbewohner und Schwestern. Aber auch auswärtige Personen kamen vorbei, um ihre Schuhe bei ihr abzugeben. Für die schwer körperbehinderten Menschen fertigte sie als orthopädische Schuhmacherin maßgenaue Schuhe an, denn diese benötigen individuell angepasstes Schuhwerk, um einigermaßen selbstständig gehen zu können und sich keine weiteren Schädigungen am Fuß zuzuziehen.
Über ihrem Arbeitsplatz war viele Jahre eine Indianerweisheit angebracht: „Urteile über keinen Menschen, bevor du nicht in seinen Mokassins gelaufen bist." So lebte Sr. Roswitha auch in der Schwesterngemeinschaft. Liebenswürdig begegnete sie ihren Mitschwestern und verlor kein Wort über die andere. Ihr frohes und sonniges Wesen war für viele ein Lichtblick. Viele Jahre trug sie im Konventsrat des Mutterhauskonventes verantwortlich zur Gestaltung des gemeinsamen Lebens bei.
Nachdem sie sich aus der Werkstattarbeit verabschiedet hatte, widmete sich die Ordensfrau von 2004 an im Mutterhaus hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Sie bereitete den Schwestern der Verwaltung die Pausebrotzeiten vor und versorgte die Priester, die im Konvent den Gottesdienst gefeiert haben, mit dem Frühstück. Gemütvoll wie sie war, war es ihr immer wichtig, neben die Speisen einen kleinen Blumenstrauß oder ein jahreszeitgemäßes Dekorationselement und eine brennende Kerze zu stellen. Die Anwesenden sollten sich wohl fühlen.
Mit besonderer Liebe versah sie auch die Pflege der Grotte am Michelsberg. Auch da sollte jeden Tag eine Kerze brennen und deshalb machte sie sich bei jedem Wetter auf den Weg hinauf zur Grotte. Sr. Roswitha prägte eine tiefe Religiosität. Daher verbrachte sie auch gerne ihre freien Stunden vor dem Allerheiligsten im stillen Gebet. Diese Religiosität gab ihr auch die Kraft, die wachsenden Beschwerden des Alters zu tragen. Nach mehreren kleineren Schlaganfällen waren die sprachlichen Möglichkeiten der Schwester eingeschränkt. Sr. Roswitha bemühte sich redlich, die sprachlichen Defizite zu überwinden und war für jedes Gespräch dankbar. Ein weiterer Schlaganfall im April 2013 jedoch ließ sie ihre Selbstständigkeit in der Lebensführung verlieren.
Von da an war sie auf das Bett angewiesen und lebte in der Schwesternpflegestation von St. Camillus, wo sich die Mitschwestern und Mitarbeiterinnen liebevoll um sie sorgten. Es war ihr ein Trost, in der Nähe der Kapelle zu sein und immer wieder Besuch von den Mitschwestern zu erhalten, die sich Zeit nahmen, ihr zu erzählen, aber auch mit ihr zu beten. Ohne selbst laut ein Wort sagen zu können, musste sie von nun an ganz still in sich hinein jeden Tag neu dieses Ja zu Gott sprechen: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. (Lk 1,38). Nach zweieinhalb Jahren der Bettlägerigkeit vollendete Gott ihr Leben hier auf Erden und holte sie in den Morgenstunden des 16. Dezember 2015 zu sich heim. Möge sie hier dem begegnen, nach dem sie sich ihr Leben lang gesehnt hat: unserem Herren Jesus Christus.

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Sr. M. Ewalda (Rosina) Geisenhof, gestorben am 11. Dezember 2015

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Sr. M. Ewalda erblickte am 17. März 1920 in Osterberg, Landkreis Weilheim-Schongau, als siebtes von acht Kindern das Licht der Welt und wurde auf den Namen Rosina getauft. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wuchs sie auf dem bäuerlichen Anwesen ihrer Eltern auf. Sie besuchte in Remnatsried die Volks- und daran anschließend die Berufsschule. Ihre Aufgabe war es, daheim zu helfen. Deshalb musste sie mit Rücksicht auf die Arbeitsnot des Elternhauses in den Kriegs- und Nachkriegsjahren ihren Wunsch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten, lange zurückstellen. Das Ordensleben war ihr von einer Tante vertraut und ein erstrebenswertes Ziel geworden.
Im November 1949 konnte die Neunundzwanzigjährige endlich den erstrebten Schritt in die St. Josefskongregation tun. Im März 1951 wurde sie in das Noviziat aufgenommen, um am Josefstag 1953 die Zeitliche Profess abzulegen. Am 19. März 1956 band sie sich in der Ewigen Profess für ihr gesamtes Leben an Gott in der Gemeinschaft der Schwestern der St. Josefskongregation.
Nach einigen Jahren bei verschiedenen Küchentätigkeiten und Betreuungsaufgaben in einer Wohngruppe fand sie 1953 ihre Lebensaufgabe in der Hostienbäckerei. Viele Jahre stand sie dort einer Mitschwester zur Seite. Daneben sorgte sie jahrelang auch für das leibliche Wohl der Schwestern der Verwaltung im Pauseraum. Immer war eine Brotzeit und ein Getränk für die Schwestern hergerichet. Von 1986 an trug sie die gesamte Verantwortung in der Hostienbäckerei.
Die Aufgabe der Hostienbäckerin bereitete der Ordensschwester mit der Neigung zur Innerlichkeit große Freude und erfüllte sie mit Lebenssinn. Mit Sorgfalt buk sie mit den Handwaffeleisen die Hostienplatten und stach liebevoll jede einzelne Hostie aus. Es waren dies mehrere Tausend Hostien, die an einem Tag hergestellt wurden und an die Pfarreien im Umland versandt wurden.
Gerne nahm sich Sr. Ewalda auch Zeit für die vielen kleinen Gäste, die sie in der Hostienbäckerei im Rahmen der Kommunionvorbereitung besuchten. Diese Aufgabe verstand sie als Glaubensvermittlung. So brachte sie nicht nur den Vorgang der Herstellung von Hostien nahe, sondern sie sprach auch von den Glaubenshintergründen. Ihre Liebe zum Sakrament der Eucharistie und zum Ordensleben war dabei zu spüren. Sie faszinierte die Besucher mit ihrer heiteren Gelassenheit, die einem tiefen Glauben und Vertrauen auf Gott entsprang. Gerne trugen sich die Gäste in das Gästebuch ein und schickten ihr in Erinnerung an den Besuch ein Foto von ihrem Erstkommuniontag. Im Laufe der Jahre sammelten sich etliche Alben an, die Sr. Ewalda mit Freuden betrachtete und den Mitschwestern zeigte. Dabei erahnte man auch, wie intensiv sie diese Erstkommunionkinder alle in ihr Gebet einschloss.
Die Ordensschwester beherrschte zusätzlich die Kunst, Rosenkränze zu knüpfen. Auch diese Kunst gab sie gerne an andere weiter. Bei Tagen der offenen Tür und Besinnungstagen für Kinder und Jugendliche sammelte sie dabei immer wieder eine Schar von Kindern und Erwachsenen um sich, die begeistert und interessiert mit ihr Rosenkränze knüpften und ein Gesätz des Rosenkranzes beteten. Man konnte spüren, dass Sr. Ewalda mit Freuden Ordensfrau war, dass sie die Gemeinschaft der Mitschwestern schätzte und bei Gott ihren Lebenshalt gefunden hatte.
In freien Stunden fand man Sr. Ewalda immer wieder in der Kapelle oder vor der Muttergottesstatue im Garten ins Gebet versunken. Liebenswert und freundlich ließ sie sich aber auch gerne auf ein kleines Gespräch ein.
Ihr Heimatkonvent war der Mutterhauskonvent. In diesem lebte sie all die Jahre. Als ihre Kräfte schwächer wurden, gab sie nach 58 Jahren die Aufgabe der Hostienbäckerin in jüngere Hände. Zunehmend auf Hilfe angewiesen wechselte sie zunächst auf die Altenstation im Mutterhaus. Im Jahr 2014 zog sie in die Schwesternpflegestation von St. Camillus.
Die Begegnung mit unserem Herrn im Sakrament der Eucharistie war Sr. Ewaldas tägliche Sehnsucht. Noch am Tag vor ihrem Sterben konnte sie diesen empfangen. An diesem Tag dankte sie dem Herrn mit der Aussage: „Nun darf ich heim!"
Diesen Wunsch des Heimkommens erfüllte Gott ihr am späten Nachmittag des 11. Dezembers. Der König der Herrlichkeit kam zu ihr und holte sie heim in das himmlische Jerusalem, wo Freude ohne Ende sein wird.

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Sr. M. Ewalda beim Ausstechen der Hostien.

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Sr. M. Ewalda erklärt den Erstkommunionkindern die Motive auf den Hostien.

Sr. M. Regula (Elisabeth) Stimmer, gestorben am 12. Oktober 2015

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(Ein Foto von ihrem Professjubiläum im Jahr 2010)

„Betrübt euch nicht! Wenn ihr verpflichtet seid, „äußere" Aufgaben zu übernehmen, so bedenkt, dass euch der Herr auch in der Küche inmitten der Kochtöpfe nahe ist und euch sowohl innerlich wie äußerlich beisteht." So schreibt Theresa von Avila ihren Schwestern in der Küche. Unsere Schwester Regula war ihr ganzes Ordensleben in der Mutterhausküche eingesetzt. Mit ihrem fröhlichen und selbstlosen Wesen war sie von allen Mitschwestern und Mitarbeiterinnen sehr geschätzt. Die Schwestern des Mutterhauskonventes und die Kapelle im Mutterhaus waren ihre Heimat. Das letzte Lebensjahr verbrachte Sr. Regula aufgrund der erforderlichen Umbauarbeiten des Mutterhauses im Konvent St. Salvator, aber auch dort fand sie schnell einen Weg zu den Herzen der Schwestern und Mitarbeiterinnen.

Sr. Regula kam am 27. August 1929 in Hörlkofen, Gemeinde Wörth, zur Welt und wurde auf den Namen Elisabeth getauft. Sie besuchte in ihrem Heimatort die Volks- und Berufsschule. Von Jugend an wurde sie gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern auf dem heimatlichen Anwesen bei den schweren landwirtschaftlichen Arbeiten eingesetzt. So war sie gewohnt, sich in eine Arbeitsgemeinschaft einzugliedern und den alltäglichen Arbeiten fraglos nachzukommen. Im Jahr 1955 ging sie nach Fendsbach, eine Niederlassung der St. Josefskongregation, um dort das Kochen und Nähen zu erlernen. Im Zusammensein mit den Schwestern reifte der Entschluss, den Schritt in das Ordensleben zu wagen. So trat sie 1956 in die Schwesterngemeinschaft in Ursberg ein. Ihr guter Wille, die sonnige Art und das religiöse Streben erleichterten der jungen Frau das Einleben in die Gemeinschaft.
Am Josefstag des Jahres 1958 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und neben der täglichen Arbeit in der Küche in das geistliche Leben einer Ordensfrau eingeführt. Am 19. März 1960 versprach sie in der ersten Profess und drei Jahre später in der Profess auf Lebenszeit, Gott in der Gemeinschaft der St. Josefskongregation zu dienen.
Diesen Dienst übte sie treu und bescheiden aus. Auch als sie in ihrer körperlichen Kraft nicht mehr so belastbar war, war es ihr immer ein Anliegen, in der Küche den Schwestern und Mitarbeiterinnen mit kleinen Diensten zur Seite zu stehen. Wann immer man zu ihr in die Küche kam, empfing sie einen mit einem Lächeln und hieß einen willkommen. Sie war in dieser Küche Gott nahe. Aber auch das regelmäßige Gebet und die Feier der Eucharistie mit der Schwesterngemeinschaft war ihr wichtig und eine Quelle des Lebens. Im Vertrauen auf Gott und seine barmherzige Liebe trug Sr. Regula in ihren letzten Lebensjahren geduldig und tapfer eine schwere Krankheit, die ihre Kräfte immer mehr schwinden ließ. In den Mittagsstunden des 12. Oktobers 2015 rief er sie zu sich in seine himmlische Herrlichkeit. Mit ihr ging uns eine Mitschwester voraus, der es gelang das Leben für Gott und die Menschen zu führen.

Sr. M. Isentrudis (Annemarie) Mayer, gestorben am 8. Oktober 2015

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Ich gehe meinen Weg dankbar und beschenkt durchs Leben und will unterwegs sein zu den Menschen. Dabei will ich offen sein für Neues und dieses willkommen heißen." Dies sagte Sr. Isentrudis bei ihrem Abschied von Pfaffenhausen im Jahr 2009. Auf dem Weg zu den Schwestern im Mutterhaus ist sie mit dem Auto am Morgen des 8. Oktober 2015 tödlich verunglückt.
Offenheit und Aufgeschlossenheit für die Menschen bewies die am 13. November 1943 in Obertaching, Landkreis Traunstein/Obb, geborene Ordensfrau wirklich. Sie wuchs mit 2 Geschwistern in ihrem Heimatort auf und besuchte dort die Volksschule. Ursberg war dem Mädchen bekannt, da ihre Tante, unsere verstorbene Sr. Henrika, dort lebte. Im Alter von 13 Jahren machte sich das junge Mädchen auf den Weg nach Ursberg, um dort die Lehre zur Damenschneiderin zu absolvieren. Nach der Ausbildung führte der Weg für kurze Zeit nach Percha am Starnberger See. Dort arbeitete sie in ihrem Beruf und im Haushalt. 1962, im Alter von 19 Jahren, trat sie in die St. Josefskongregation ein, denn sie hatte in sich den Ruf zum Ordensleben verspürt. Diesem Ruf und Lebensweg blieb die lebensfrohe und kontaktfreudige Ordensfrau ihr Leben lang treu. Nur wenige Tage vor ihrem unerwarteten Sterben feierte sie das 50 jährige Ordensjubiläum.
Am Franziskustag des Jahres 1963 wurde Annemarie in das Noviziat aufgenommen und erhielt ihren Ordensnamen Sr. M. Isentrudis. Am 4. Oktober 1965 versprach sie in der zeitlichen Profess, in der St. Josefskongregation zu leben und zu wirken. Dieses Versprechen vertiefte sie drei Jahre später mit der Profess auf Lebenszeit.
Obwohl Sr. Isentrudis Damenschneiderin war, widmete sie sich gerne den Menschen mit Behinderungen. Sie war 17 Jahre, von 1962 bis 1979, in der konkreten Gruppenarbeit tätig und besuchte zur Erweiterung ihres Fachwissens die Fachschule zur Heilerziehungspflege. Von 1974 an lernte Sr. Isentrudis aber auch die Verantwortung in Führungsaufgaben kennen. Sie war zunächst stellvertretende Heimleiterin in St. Angelina und St. Vinzenz. 2 Jahre war sie Heimleitung und Konventsoberin von St. Martha und von 1984 bis 1992 erfüllte sie diese Doppelaufgabe in St. Vinzenz.
Nach einem Ausbildungsjahr für Ordensfrauen in München nahm Sr. Isentrudis 1993 den Wechsel nach Pfaffenhausen als Stellvertretende Heim- und Filialleitung auf sich. Nach 16 Jahren verabschiedete sich Sr. Isentrudis von Pfaffenhausen, wo sie als Brücke zwischen Blindenheim, Schwesterngemeinschaft und Ort erlebt wurde, um diese Brückenfunktion in Kloster Holzen weiter auszuüben. Dort war die Schwester an der Pforte am rechten Platz, um viele Kontakte zu knüpfen und weiterzutragen. Von 2011 an erledigte sie zudem als Konventsoberin viele Wege für die Schwesterngemeinschaft. Die Gemeinschaft mit den Mitschwestern im Konvent und der gesamten Kongregation war Sr. Isentrudis neben all den anderen Kontakten immer ein wichtiges Anliegen. Sie teilte gerne das Leben mit ihren Mitschwestern und schätzte das gemeinsame Gebet.
Alle, die mit Sr. Isentrudis zu tun hatten, schätzten ihre zuversichtliche und ausgeglichene Art. Sie spürten sehr wohl aus welcher Quelle sie lebte und wirkte, denn treu war sie dem Herrn verbunden. Wichtig waren ihr immer das persönliche und das gemeinsame Gebet, die Schriftlesung und die geistlichen Tage. Es war ihr immer ein Anliegen, das Ordensleben und mit diesem den Glauben in die Welt zu tragen und auf diese Weise für Gott und für die Menschen da zu sein. Ihre Liebe zu dem Schönen auf dieser Welt, den Festen und Feiern, die Aufgeschlossenheit für die verschiedensten Aufgaben und die moderne Technik, aber vor allem die Lebensfreude, die Sr. Isentrudis trotz aller körperlichen Beschwerden und Sorgen ausstrahlte, machten dies auf besondere Weise deutlich.


Sr. M. Benediktina (Theresia) Singer, gestorben am 12. August 2015

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Mit Sr. M. Benediktina verlieren wir eine Mitschwester, die immer treu im Hintergrund für die Schwesterngemeinschaft, die Bewohner des Dominikus-Ringeisen-Werks und für Gott lebte und wirkte. Ihr gesamtes Leben war ein Leben für die anderen und für Gott und darin fand Sr. Benediktina ihr Glück und ihre Zufriedenheit. Getauft auf den Namen Theresia wuchs das Mädchen, das am 31. Januar 1930 in Schöneberg, Gemeinde Pfaffenhausen, geboren war, mit drei Geschwistern in einer gläubigen Familie auf. Sehr früh lernte Theresia das Leid kennen, denn sie verlor ein Geschwisterchen im Alter von nur wenigen Monaten und ihr Bruder Benedikt kam vom 2. Weltkrieg nicht mehr aus Russland zurück. So war es ihr eine Selbstverständlichkeit auf dem Anwesen der Familie bei der Haus-, Stall- und Feldarbeit zu helfen.
Die Haltung der Dienstbereitschaft brachte die junge Frau in die schwesterliche Gemeinschaft, in die sie im Oktober 1952 eintrat. Diese war gepaart mit einem gutmütigen und freundlichen Wesen und einem starken Zug zum religiösen Leben. Am 19. März 1954 wurde sie in das Noviziat der St. Josefskongregation aufgenommen und erhielt ihren Schwesternnamen: Sr. M. Benediktina, die Gesegnete und die Segnende.
Nach der zweijährigen klösterlichen Ausbildung legte Sr. Benediktina am Josefstag 1956 die erste Profess und am Josefstag 1959 die Ewige Profess ab. Treue und Liebe zu unserem Herrn und Gott, Freude an den gemeinsamen Gebetszeiten und an stillen persönlichen Gebeten begleiteten die Ordensfrau ihr Leben lang.
Nach einem kurzen Einsatz in einer Wohngruppe erhielt sie ein ihr unvertrautes Arbeitsgebiet in der Ursberger Metzgerei. Sie ließ sich auf diese Aufgabe ein, denn sie erkannte, dass auch diese schwere Arbeit notwendig ist für das gelungene Leben der Mitschwestern und Bewohner Ursbergs. Die Metzgerei wurde ihr Arbeitsgebiet für 32 Jahre, von 1952 bis 1985.
Als die klostereigene Metzgerei Ende 1985 aufgegeben wurde, wechselte Sr. Benediktina in das Refektor des Mutterhauses. Sie sorgte dort für das leibliche Wohl der Mitschwestern. Nach zwei Jahren war wieder ein Wechsel gefordert. 1988 bis 2015 war sie nun im Refektor des Konventes von St. Josef eingesetzt. Gemeinsam mit einer Mitschwester sorgte sie dort für die Schwestern des Konventes St. Josef, die ihr zunächst etwas fremd waren, lebte sie doch ihr gesamtes Ordensleben bis dahin im Mutterhauskonvent. Wichtig war ihr, den anderen eine Freude zu machen und Gutes zu tun. Dies erfüllte sie mit vielen größeren und kleineren Diensten, von denen so manche erst auffielen als Sr. Benediktina in den Konvent St. Salvator umgesiedelt war. Sie pflegte die Blumen in Refektor und Garten, sie sorgte sich um frisches Obst und Grundlagen für gesunde Tees wie z.B. Holunder- und Lindenblüten. Sie erledigte so manche Wege, um die notwendigen Materialien zu besorgen. Wenn man ihr begegnete war sie immer freundlich und mit zügigem Schritt unterwegs. Man konnte ihr nicht ansehen, dass sie bereits seit Ende der 80er Jahre eine schwere Erkrankung mit sich trug. Als diese im Januar 2012 erneut zuschlug, nahm sie mit Vertrauen auf Gottes diese mit den wachsenden Beschwernissen in Stille hin. Es wurde aber immer deutlicher, dass Sr. Benediktina die körperlichen Kräfte verließen. Da die Wege und Treppen in St. Josef zu beschwerlich wurden, wechselte die Schwester im Januar 2015 in den Konvent St. Salvator. Der Abschied von den nun vertrauten Schwestern fiel nicht leicht, aber die liebevolle Aufnahme auf der Altenstation und die Besuche der Mitschwestern sowie der Verwandten waren ihr eine Freude und erleichterten die letzten Wochen. Nachdem sie lange auf Heilung gehofft hatte, ging Sr. M. Benediktina bewusst ihren letzten Weg auf die Begegnung mit Gott zu.
Noch wenige Tage vor ihrem Sterben besuchte Sr. Benediktina die morgendliche Eucharistiefeier und verbrachte Gebetszeiten im Garten vor der Grotte. Zeit ihres Lebens verehrte die Ordensfrau den hl. Josef, der wie sie immer im Hintergrund für die anderen lebte und wirkte. Vielleicht holte gerade deshalb unser Herr und Gott Sr. Benediktina zu sich in seine Herrlichkeit als die Schwestern am Mittwoch, den 12. August 2015, die Eucharistie im Gedenken an den hl. Josef feierten.

Sr. M. Guntrama (Philomena) Schmid, gestorben am 24. April 2015

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Mit Sr. Guntrama geht eine Mitschwester von uns, deren Wesen von Humor und Lebensfreude geprägt war und deren lebenslanges Anliegen es war, den anderen Gutes zu tun.
Sie kam am 7. März 1924 in Hohenried, Landkreis Neuburg - Schrobenhausen, als Tochter eines Landwirtes zur Welt und wurde auf den Namen Philomena getauft. Sie wuchs mit neun Geschwistern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen ihrer Eltern auf und besuchte in ihrem Heimatort die Volks- und Berufsschule. Als sie 14 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter. So half sie daheim im Haus, im Stall und auf dem Feld. Die junge Frau lernte im Winter 1949/50 in München bei den Barmherzigen Schwestern das Kochen. In diesen Wochen wurde in ihr der Gedanke geweckt, in einer Ordensgemeinschaft ihr Leben für Gott und die Menschen zu gestalten. Zunächst versorgte sie noch für ein Jahr den Haushalt im Pfarrhof ihrer Heimatgemeinde, um diesen Gedanken in ihr weiter wachsen zu lassen. Im Frühling 1951 trat sie als Postulantin in die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern ein und lernte den Krankendienst kennen. Das Leben in dieser Gemeinschaft erfüllte nicht ihre Sehnsucht und ihr Suchen, deshalb klärte sie im Austausch mit ihrem Heimatpfarrer ihre Berufung. Dieser verwies sie auf Ursberg, wo bereits ihre leibliche Schwester, unsere verstorbene Sr. Nikoleta, als Postulantin lebte. Im Herbst des Jahres 1951 bat die 26jährige um Aufnahme in die St. Josefskongregation.
Mit ihrem gutmütigen und humorvollen Wesen sowie dem ihr zugehörigen Eifer in Gebet und Arbeit war die junge Frau rasch in die Gemeinschaft hineingewachsen. Sie fand hier ihren Lebenssinn und ihre Lebensaufgabe.
Am 19. März 1953 wurde Sr. Guntrama in das Noviziat aufgenommen. Sie erhielt in dieser Zeit neben der Arbeit in Wohngruppen mit Kindern und Jugendlichen, eine nähere Einführung in das Ordensleben. Am Josefstag 1955 versprach sie sich Gott und der Gemeinschaft mit der ersten und drei Jahre später mit der ewigen Profess.
Sr. Guntrama fand ihre Erfüllung im Gruppendienst, welchen sie von 1953 bis 2009 wahrnahm. Sie verstand es, den Betreuten eine Mutter und Begleiterin zu sein. Mit Konsequenz, Großherzigkeit und liebevoller Sorge teilte sie deren Leben. Die meisten Jahre über – von 1963 bis 2009 – betreute sie die erwachsenen männlichen Bewohner der Gruppe Otto. Sie lebte mit diesen bis 2001 in Ursberg und vollzog mit ihnen auch den Umzug nach Pfaffenhausen. Sie gab in diesem Umzugsjahr die organisatorische Verantwortung für die Gruppe ab und brachte sich von da an stundenweise in das Gruppenleben ein. Oft gestaltete sie mit den ihr Anvertrauten die Freizeit mit Spaziergängen und Aufenthalten in der Natur. Sie unternahm mit ihnen freizeitliche Aktivitäten und verbrachte mit ihnen die Abende.
Wichtig war der Ordensschwester aber auch das gemeinsame Leben im Schwesternkonvent. Trotz der großen Aufgabe als Gruppenleiterin war sie bereit, sich verantwortlich in den Konvent einzubringen und nahm auf Bitten der Mitschwestern die Aufgabe als Konventsvikarin wahr.
2009, Sr. Guntrama war mittlerweile 85 Jahre alt, verabschiedete sie sich aus dem Leben mit und für die Heimbewohner. Sie zog zu ihren Mitschwestern in das Mutterhaus. Im Juli 2014 wechselte sie aufgrund der anstehenden Umbauarbeiten in den Konvent St. Camillus. Dankbar war sie für jede Zuwendung und Eingliederung in freizeitliche Geschehen des Schwesternkonventes. Die freien Stunden des Tages füllte Sr. Guntrama mit Bastelarbeiten aus. So konnte sie den Schwestern, Freunden und Bekannten, z.B. mit den selbst hergestellten „Ursberger Kasperle", immer wieder eine Freude bereiten.
Sr. Guntramas Leben war nicht nur geprägt von der Arbeit, sondern auch von Hingabe und Leidenszeiten. Sie widmete sich den Menschen bis an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Geduldig und ohne großes Klagen trug sie seit ihren jüngeren Lebensjahren ein Rückenleiden, welches körperliche Aufgaben erschwerte. Hilfe und Kraftquelle war ihr der vertrauensvolle Glaube an Gott, der die Menschen liebt. Treu betete sie für alle Menschen und vor allem für ihre Mitschwestern.
Am 24. April vollendete Sr. Guntrama ihren Lebenslauf hier auf Erden. Möge sie weiterhin unsere Fürsprecherin bei Gott sein. Möge sie aber vor allem die ewige Herrlichkeit erleben dürfen.

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Vor vier Wochen feierte Sr. M. Guntrama im Kreis ihrer Mitschwestern und der Familie am Josefstag das 60jährige Professjubiläum.

Sr. M. Herigar (Gertrud Maria) Lang, gestorben am 27. März 2015aktuelles herigar1

Sr. M. Herigar wurde am 11. September 1923 als Tochter eines Gärtnermeisters und seiner Frau in Günzburg geboren und auf die Namen Gertrud Maria getauft. Mit sieben Geschwistern wuchs sie in der Geborgenheit ihrer Familie auf.
Von 1930 bis 1937 besuchte das Mädchen die Volksschule in Günzburg, anschließend die Mittelschule und den Ausbildungskurs zur Erzieherin in Ursberg. Nach der schulischen Ausbildung bat die mittlerweile Achtzehnjährige 1941 um die Aufnahme in die St. Josefskongregation. In der Zeit des Nationalsozialismus und zweiten Weltkrieges war dies kein leichter Entschluss. Unter dem Naziregime hatte die Arbeit Priorität. Sr. Herigar schreibt über diese Zeit: „Gott und Gottesdienst waren zweitrangig und galten gar als überflüssig." Die junge Frau musste zunächst ein hauswirtschaftliches Pflichtjahr im Reichsarbeitsdienst ableisten, das sie als Küchenhilfe in St. Camillus und St. Vinzenz absolvierte. Anschließend wurde sie zur Pflege verwundeter Soldaten in das Lazarett Ursberg eingezogen. Diesen Dienst übte sie bis 1946 aus. Während dieser Dienstzeit erhielt sie die für diese Tätigkeit erforderliche theoretische Ausbildung in der Krankenpflegeschule St. Camillus. Die Tätigkeit war anstrengend und fordernd, denn im Lazarett ging es eng zu. Die Patienten lagen auf den Gängen des Krankenhauses. Es wurden in der Theaterhalle Stockbetten aufgeschlagen und die Korbflechterei wurde für die Verwundeten geräumt. In St. Josef, St. Florian und im Mutterhaus wurden Räume zur Verfügung gestellt. Die Pflege der Wunden war schwierig, denn es gab keine Antibiotica.
Das Leben als Franziskanerin war der jungen Frau ein großes Anliegen. Deshalb wurde sie am Franziskustag 1942 in das Noviziat aufgenommen. Da bei den Nazis religiöse Feierlichkeiten nicht erwünscht waren, legte sie am 4. Oktober 1944 in aller Stille in der Mutterhauskapelle die Profess für drei Jahre ab, 1947 feierte sie die Ewige Profess.
In der Nachkriegszeit, im Jahr 1946, begann Sr. Herigar mit der Ausbildung zur Zahnärztin. Dazu besuchte sie das dentistische Institut in München und machte die erforderlichen Praktikas in verschiedenen Zahnarztpraxen, u. a. auch eines bei den Franziskanerinnen in Mallersdorf und in der Mund-Kiefer-Klinik des Versehrtenkrankenhauses in Bad Tölz. Im Mai 1953 wurde der Ordensfrau die zahnärztliche Approbation erteilt und sie konnte als Zahnärztin wirken. 1954 übernahm Sr. Herigar die Zahnarztpraxis in Ursberg. Hier wirkte sie bis zum Juli 1992.
In den Jahren ihres Ruhestandes betreute sie bis 2004 die Sakristei der Kapelle von St. Josef. Sie begann sich der Briefmarkensammlung des Klosters zu widmen. Bis zu ihrer Umsiedlung nach St. Camillus auf die Station für ältere Schwestern im Februar 2012 begab sie sich anhand dieser Briefmarkensammlung immer wieder auf „Weltreise". Wenn sie die Marken einzelner Länder sortierte, informierte sie sich über diese in ihrer Geschichte und über deren aktuellen Ereignisse. Interessantes darüber berichtete sie auch ihren Mitschwestern und lenkte deren Blicke auf die große, weite und auch herrliche Welt.
Auch in den letzten Lebensjahren in der Station in St. Camillus war Sr. Herigar das Lesen von Sachbüchern eine geschätzte Tätigkeit. Sie verstand diese letzten Lebensjahre damit zu füllen, in Vertrauen auf Gott und seine Güte zu leben. Im November 2010 schrieb Sr. Herigar: „Ausschauend nach dem Kommen des Herrn verbringe ich meine Tage in Zufriedenheit".
Möge Gott Sr. Herigar, nachdem er sie am Nachmittag des 27. März 2015 zu sich holte, ihn von Angesicht zu Angesicht schauen und sie das Osterfest ohne Ende feiern lassen.

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Sr. M. Scholastika (Rosa) Winter, gest. am 31. Januar 2015

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Mit Sr. M. Scholastika geht uns in die ewige Herrlichkeit eine Schwester voraus, die viele Jahre im Hintergrund wirkte und deren Lebensmittelpunkt die Begegnung mit Gott im Gebet war.
Sr. Scholastika kam am 30. August 1929 in Zuchering bei Ingolstadt als Tochter eines Landwirtes und seiner Frau zur Welt. Sie wuchs mit zwei älteren und einer jüngeren Schwester auf, zu denen sie stets eine liebevolle Beziehung pflegte. In ihrem Heimatort besuchte sie 1936 – 1944 die Volks- und anschließend zwei Jahre die landwirtschaftliche Berufsschule. Mit einer dreimonatigen Unterbrechung, in der sie in einem christlichen Jugendwohnheim wirkte, unterstützte sie ihre Familie bei den vielfältigen Arbeiten in Haus und Hof des elterlichen Anwesens.
Die junge Rosa führte ein Leben, das schon immer auf Gott hin ausgerichtet war. Sie nahm am kirchlichen Leben der Pfarrei teil und empfing täglich die hl. Kommunion. Sie engagierte sich in caritativen Aufgaben und katholischen Aktionen. Von Ursberg hörte sie immer wieder durch eine Freundin, unsere spätere Sr. M. Alexandra. Dies weckte ihr Interesse und deshalb nutzte sie die Gelegenheit bei einer Omnibusfahrt ihrer Pfarrei, Ursberg etwas näher kennenzulernen. In der Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen fasste sie den spontanen und endgültigen Entschluss, ihr Leben Gott zu schenken und ihm an diesem Ort zu dienen.
Im März 1954 bat sie als 25jährige junge Frau um Aufnahme in die St. Josefskongregation. Zwei Jahre später begann am Josefstag für sie die Noviziatszeit, die am 19. März 1958 mit der Profess für drei Jahre endete. Ihr lebenslanges Ja zur Lebensweise als Ordensschwester in der St. Josefskongregation legte sie drei Jahre später ab.
Während ihrer ersten Ordensjahre war Sr. Scholastika in verschiedenen Wohngruppen eingesetzt. So lernte sie schwerbehinderte Bewohner von St. Vinzenz und St. Josef kennen. Sr. Scholastika erfüllte mit Liebe diese Aufgabe, konnte aber aufgrund ihrer Gutmütigkeit nicht immer mit der erforderlichen erzieherischen Konsequenz und Autorität auftreten.
Das ganze Wesen der Schwester war geprägt von Dienst- und Hilfsbereitschaft. So begegnete sie auch ihren Mitschwestern und Internatsschülerinnen in der Zeit ihrer Tätigkeit im Internat, das an das Ringeisen-Gymnasium angeschlossen war. Von 1961 bis 1977 widmete sie sich dort vornehmlich der Arbeit im Speisesaal.
1977 wechselte Sr. Scholastika in den klösterlichen Bereich. Sie erledigte häusliche Arbeiten in der Mutterhauskapelle und war für die Sauberkeit in den Klostergängen verantwortlich. Bei dieser Arbeit konnte die Schwester sich auch dem persönlichen Gebet widmen. Immer wieder unterbrach sie ihre Arbeit, um sich für kurze Weile anbetend niederzuknien. Bis in das Jahr 2004 war der Konvent imMutterhaus ihr Wirkungs- und Lebensbereich. Eine Zeit, die der spirituellen Vertiefung diente, die Demut und Treue in ihr weiter wachsen ließen.
Da die körperlichen Kräfte es forderten, dass Sr. Scholastika mehr Ruhezeiten einlegte, wechselte sie im Januar 2005 nach St. Salvator auf die Station für ältere Schwestern. Mitarbeiterinnen und Mitschwestern schlossen die gutmütige und freundliche Schwester in ihr Herz.
Im Juli 2014 zog Sr. Scholastika auf die Schwesternpflegestation von St. Camillus. Auch da gliederte sie sich willig ein und bereitete sich auf den Weg in die ewige Herrlichkeit innerlich vor. In den Abendstunden des 31. Januar ging sie unerwartet rasch in die ewige Herrlichkeit ein.

 Sr. M. Jubilata (Elisabeth Anna) Wadle, gest. am 19. Januar 2015

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Mit Sr. M. Jubilata geht eine Schwester von uns, deren ganzes Leben von der Sorge für die Menschen geprägt war. Bereits als Kind trug sie zum Unterhalt der Familie bei, indem sie jeden Morgen vor der Schule Brezen und Brot austrug und so den Spitznamen „Brezen-Liesel" bekam.

Sr. Jubilata wurde am 23. September 1927 in Niederraunau geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Das Mädchen besuchte im Heimatort die Volksschule sowie die Berufsschule. Die Jugend war von der Politik des Dritten Reiches überschattet, denn der Vater musste sich verstecken und die Mutter war mit den Kindern weitgehend auf sich gestellt. Der einzige Bruder fiel mit 18 Jahren im 2. Weltkrieg in Russland. Ab dem 9. Lebensjahr war das Mädchen in seiner Freizeit zusätzlich als Kindermädchen tätig und während der Berufsschulzeit arbeitete die Fünfzehnjährige bei einem Landwirt.

Von April 1943 an war Elisabeth im Krumbad im Lazarett eingesetzt. Hier half sie bei der Pflege der verwundeten Soldaten. Unter diesen war auch eine Zeit lang Claus Schenk Graf von Staufenberg, der sich bei ihr mit den Worten:
„Elisabeth, wir sehen uns im Himmel wieder" nach Berlin verabschiedete.

Es war ihr großer Wunsch auch weiterhin kranken Menschen zu helfen und diese zu pflegen. Deshalb trat sie, die im katholischen Glauben verwurzelt war, am 1. August 1945 in die St. Josefskongregation ein. Ihren Weg als Sr. M. Jubilata begann sie am Josefstag 1947 mit der Noviziatsaufnahme. Zwei Jahre später legte sie am 19. März die 1. Profess ab und 1952 band sie sich für ihre gesamte Lebenszeit in der Nachfolge Jesu an die Gemeinschaft der St. Josefskongregation.

Während der ersten Jahre in Ursberg war Sr. Jubilata in St. Josef und in St. Maria bei behinderten Jugendlichen und Kindern tätig. Ihr Herz schlug in besonderer Weise für die schwerstbehinderten Kleinkinder, die ihre sorgsame Pflege und fröhliche Zuwendung erhielten. Bereits 1950 wurde Sr. Jubilata in den Konvent St. Camillus versetzt. Dieser Konvent wurde ihre Heimat. Sie besuchte die dortige Krankenschwesternschule und widmete sich den kranken Bewohnern der Einrichtung. Von 1960 bis 1979 hatte sie die Leitung der Schwesternstation inne. Zu der damaligen Zeit war im Krankenhaus St. Camillus noch eine chirurgische Abteilung, so dass immer wieder frisch operierte Schwestern und Heimbewohner gepflegt werden mussten. Von 1979 bis 1996 war Sr. Jubilata Konventsoberin. Von 1979 bis 2005 hatte sie die Haus- und Pflegedienstleitung inne. Die aktive Ordensfrau fühlte sich für das ganze Haus verantwortlich und nahm Anteil an der Befindlichkeit aller Kranken im Haus. Ihr war es ein Anliegen, die Sterbenden in guter Weise zu begleiten. Sie, die im Leben benachteiligt waren, sollten sich auf den Himmel freuen und es gelang ihr, diesen in anschaulicher Weise zu schildern. Dieser Glaube und diese Freude auf den Himmel ließ sie selbst auch zuversichtlich und heiter sein.

Mit besonderem Engagement stellte sich Sr. Jubilata immer wieder den anstehenden Veränderungen. Sie brachte sich aktiv planend und handelnd bei den erforderlichen und umfangreichen Umbauten ein. Sie hatte dabei stets die Bedürfnisse der anderen im Blick. 2005 war die Verantwortung für die nun doch bereits 77jährige Schwester zu beschwerlich und sie gab diese gerne in andere Hände. Von nun an sorgte Sr. Jubilata sich in besonderer Weise um ihre Mitschwestern auf der Schwesternstation und im Konvent und brachte sich helfend bei den verschiedensten Arbeiten in den Alltag ein.

Sr. Jubilata konnte nur schwer untätig sein und anderen bei der Arbeit zusehen. Deshalb war es für sie nicht einfach, sich in den letzten Lebensjahren immer mehr zurück zu ziehen. Aber sie meisterte auch diese Lebenszeit mit ihrem fröhlichen Temperament und ihrem Glauben an die unendliche Liebe Gottes zu uns Menschen.

Begleitet von den Mitschwestern und Familienangehörigen, die ihr auf aufmerksame Weise innig verbunden sind, ging sie langsam und bewusst ihren letzten Weg auf den Himmel zu. Ohne große Klagen nahm sie an, dass sie in den letzten Wochen auf zunehmende Pflege angewiesen war. In den frühen Morgenstunden des 19. Januar 2015 vollendete sie ihren Lebensweg hier auf Erden, um im Himmel Gott und allen, die ihr lieb waren, zu begegnen.

jubilata

Sr. M. Salve (Anna) Meier                                         gestorben am 5. Dezember 2014

aktuelles salve

Sr. Salve kam am 2. April 1925 in Sarching/Oberpfalz als viertes von acht Kindern der Eheleute Franziska und Xaver Meier zur Welt. Der Vater war zwei Jahre lang krank und verstarb 1936 als die kleine Anna erst 11 Jahre alt war. Gottvertrauen, Zusammenhalt und Humor trugen die Familie durch die schweren Kriegsjahre. Das Mädchen besuchte in ihrem Heimatort die Volksschule und Fortbildungsschule. Von 1939 an war sie, trotz des Krieges, fern der Heimat beruflich tätig. Sie arbeitete zunächst als landwirtschaftliche Mithilfe in Gundremmingen und von 1943 bis zu ihrem Eintritt in die St. Josefskongregation im Oktober 1945 als Hausgehilfin in einem Altenheim in Regensburg.

Ihre ältere Schwester Franziska war seit 1940 in unserer Gemeinschaft, unsere Sr. Majella. Ihr folgte sie, nachdem der Krieg zu Ende war. Sie lernte von 1945 an die Kongregation und ihre Aufgabenfelder kennen, wobei sich rasch herausstellte, dass die Sorge für die Menschen ihre Stärke war.

Am Josefstag 1947 wurde sie in das Noviziat aufgenommen und erhielt den Schwesternnamen Maria Salve. Dieser Name sollte sie prägen, denn oftmals am Tag grüßte sie bis in die Tage ihres Sterbens hinein den Herrn im stillen Gebet. Am 19. März 1949 feierte Sr. Salve ihr Ja zum Ordensleben mit der Ersten Profess, drei Jahre später band sie sich für ihre gesamte Lebenszeit an die Ordensgemeinschaft.

Immer war Sr. Salve trotz der vielen Arbeit, die in den Wohngruppen täglich anfiel, wichtig in Treue und Liebe sich dem Gebetsleben und der Schwesterngemeinschaft zu widmen. Nach Tätigkeit in Ursberg St. Vinzenz, Kloster Holzen und St. Martha war Sr. Salve von 1958 bis 1970 in St. Josef eingesetzt. 1970 folgte der Wechsel nach St. Martha, wo sie in den Gruppen Agnes, später Goretti, sich mütterlich den dort lebenden Frauen widmete. Während dieser Jahre besuchte sie die Fachschule für Heilerziehungspflege und später ein Führungsseminar, da sie zur Konventoberin berufen wurde. Diese Aufgabe erfüllte sie neben der Tätigkeit als Gruppenleitung und Heimleitung von 1979 bis 1982. Nach der Abgabe dieser verantwortungsvollen Aufgabe blieb Sr. Salve bis 1998 im Gruppendienst. All die Jahre in der Wohngruppe bewies die Ordensfrau ein mütterliches Wesen. Die Bewohnerinnen fühlten sich bei ihr angenommen und aufgehoben. Sie erlebten Heimat und Sorge für sie.
Nach dem Abschied von der Wohngruppe arbeitete Sr. Salve noch für ein Jahr in der Wäscherei, aber als dies der mittlerweile über 70 Jahre alten Ordensfrau zu anstrengend wurde und der Konvent St. Martha aufgelöst wurde, zog sie im Juni 2000 nach St. Maria, wo sie das Zusammenleben der Schwestern mit häuslichen Diensten bereicherte. 2007 wurde das Leben in dem Konvent und den dort erforderlichen weiten Wegen zu beschwerlich. So wechselte sie gerne nach St. Salvator zu den älteren Schwestern. Dieser Wechsel ermöglichte ihr auch das Zusammensein mit ihrer leiblichen Schwester, Sr. M. Majella.

Mit Disziplin und ohne zu jammern lebte Sr. Salve die Jahre des Alters. Sie schätzte es, ihrer Liebe zur Natur nachgehen zu können und ging gerne spazieren, auch dann noch als sie auf einen Rollator als Hilfe angewiesen war. Ein Ziel unter anderen war der tägliche Besuch des Grabes ihrer Schwester. Als ihr dies nicht mehr möglich war, schaute sie täglich zum Fenster hinaus auf den Friedhof, um im Gebet all die lieben Verstorbenen unserer Gemeinschaft und der Einrichtung dem Herrn anzuempfehlen. Realistisch nahm Sr. Salve an, was der Tag von ihr forderte. Sie war bis ins hohe Alter offen und interessiert. Sie freute sich über Besuche und war dankbar für jede Hilfe. Seit Ende dieses Sommers ließen ihre Kräfte mehr und mehr nach und sie wurde immer schwächer. Sr. Salve spürte, dass sie bald zum Herrn heimgehen wird und es war ihr zuvor noch ein großes Anliegen, allen Schwestern Vergelt´s Gott zu sagen und um Verzeihung zu bitten.
In der Mittagszeit des 5. Dezembers machte sie sich auf ihren letzten großen Weg und ging heim zum Herrn. Erbitten wir ihr, dass Sie ihn schauen darf und die himmlische Herrlichkeit erleben darf.

Sr. M. Beate (Christina) Bernhard                                  gest. 11. September 2014

Mit Sr. Beate geht eine Schwester von uns, deren Leben geprägt war von der Sorge um die Menschen. Sie wurde am 8. Januar 1942 als zweitälteste Tochter eines Landwirtehepaares geboren und auf den Namen Christina getauft. Gemeinsam mit ihren fünf  Geschwistern wuchs sie auf dem heimatlichen Anwesen in Vorderberg, Gemeinde Rettenberg, auf und lernte von klein an, sich um andere zu sorgen und hilfsbereit das Familienleben zu bereichern. Der katholische Glaube war prägender Lebensgrund. So konnten die Schwierigkeiten des Lebens, wie der Tod eines Bruders als Kleinkind, mit Hilfe dieses Glaubens getragen werden. Eine Schwester wählte ebenfalls das Ordensleben. Sie wurde Ordensfrau bei den Vinzentinerinnen.
Die Volksschule besuchte das Mädchen in ihrem Heimatort, zum Besuch der Berufsschule wechselte es nach einem Jahr in die Berufsschule Ursberg. Als Fünfzehnjährige wählte sie dort die Haushaltsabteilung und arbeitete als Pflegehilfe in Wohngruppen. Von 1959 bis 1963 war sie auf dem elterlichen Hof im Allgäu berufstätig.
In der jungen Frau wuchs der Wunsch als Ordensfrau ihr Leben den Menschen und Gott zu widmen. Da ihre jüngere Schwester in Ursberg lebte und Sr. Beate die Arbeit mit den Menschen entsprach, wählte sie die Gemeinschaft der Franziskanerinnen der St. Josefskongregation. Von ihrem Eintritt an, im Jahr 1963,  bis in das Jahr 2003, also 40 Jahre, lebte und arbeitete sie in Wohngruppen. Nach zwei Jahren im Wohnbereich St. Elisabeth war sie von 1965 bis 1971 in St. Vinzenz und anschließend bis 1986 in St. Josef tätig. Von 1986 bis 2003 war sie als Heilerziehungspflegerin in Maria Bildhausen eingesetzt. Neben der Berufstätigkeit in der Wohngruppe, in der sie Tag und Nacht anwesend war, besuchte sie von 1970 bis 1973 die Fachschule für Heilerziehungspflege.
Ordensleben ist Leben für Gott und die Menschen. Einführung in das Ordensleben erhielt  Sr. Beate im Noviziat, in das sie am Josefstag 1965 aufgenommen wurde. Nach zwei Jahren legte sie die Erste Profess und drei Jahre später die Ewige Profess ab. Damit versprach sie ein Leben in Gottverbundenheit in der St. Josefskongregation zu führen. Gerne war sie mit ihren Mitschwestern zusammen und bereicherte das Zusammensein mit ihrer Heiterkeit und Gutmütigkeit. Deshalb war es ihr eine Selbstverständlichkeit im Alter von 61 Jahren das Berufsfeld zu wechseln und sich fortan mehr ihren Mitschwestern zu widmen. Von 2003 bis zu ihrem Umzug in den Konvent von Breitbrunn am Ammersee tat sie dies für die Schwestern in Maria Bildhausen, von 2007 an war sie für die Schwestern in Breitbrunn da. Die vielfältigen praktischen Aufgaben kamen ihr entgegen. So war sie im Refektor, bei der Wäschepflege, im Schwesterngarten und in der Sakristei anzutreffen. Die verschiedenen Bereiche gaben ihrem Leben einen guten Wechsel von Ruhe, Besinnung auf Gott und Kontakte mit den Menschen. Sr. Beate strahlte Zufriedenheit und Gelassenheit aus und war mit ihrem Leben versöhnt.

Am Beginn dieses Jahres zeichnete sich eine schwere Erkrankung ab, sie wurde ruhiger und langsamer. Über acht Monate musste sie die Krankheit tragen, schwankte zwischen Hoffnung auf Heilung und Ergebenheit. Staunenswert war ihre Haltung, denn es kam nie ein Ton des Jammers über ihre Lippen. So ging sie weiterhin im Vertrauen auf Gott ihren Weg und nahm das zunehmende Schwächer-Werden auf sich. Sie lebte Ergebenheit in Gottes Willen wie der Psalmbeter: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
In den Morgenstunden des 11. Septembers konnte sie ihren Lebensweg auf Erden vollenden. Möge sie im Hause des Herrn wohnen dürfen und seine Herrlichkeit sehen.


 

Sr. M. Ehrentrudis (Theresia) Kirchenmaier CSJ, gestorben am 12. August 2014

Mit Sr. Ehrentrudis geht uns eine Schwester in die ewige Herrlichkeit voraus, die ihr Leben lang im Stillen und im Hintergrund für Gott und die Menschen lebte.

Als Tochter eines Schmiedemeisters am 3. März 1922 in Dettingen an der Iller geboren, wuchs sie in einer kinderreichen Familie auf, die im Glauben treu verwurzelt war. Der Glaube war in dieser Familie so ein wesentlicher Lebensgrund, dass drei ihrer vier Schwestern und drei ihrer Nichten ebenfalls den Ordensberuf wählten. In unserer Gemeinschaft waren es Sr. M. Peregrina und Sr. M. Elpidia. Ihre zwei Nichten sind unserer Schwestern Sr. M. Ermentraud und Sr. Marietta.  Die anderen Verwandten schlossen sich den Franziskanerinnen von Sießen an.

Die Kindheit und Jugendzeit verbrachte das auf den Namen Theresia getaufte Mädchen im Elternhaus in Dettingen. In ihrem Heimatort ging es in die Volks- und Berufsschule. Zusätzlich besuchte es vier Jahre lang die Christenlehre in ihrer Pfarrei. Nach dem Schulbesuch wirkte Theresia  kurze Zeit  als Kindermädchen bei einem Landwirt. Als der Vater 1935 starb, ging sie wieder nach Hause zu ihrer Mutter. Den Winter über ließ sich die Dreizehnjährige in einer Nähschule in die Ausführung von Näharbeiten einführen. Von 1936 an nähte sie als Heimarbeiterin für eine Kleiderfabrik. Im November 1937wechselte sie  in ein Käseschmelzwerk  und arbeitete dort die  Kriegsjahre  über als  Automatenpackerin.

Nach den Jahren des 2. Weltkrieges bat Theresia 1946 um Aufnahme in die St. Josefskongregation. Nach einer Zeit des gegenseitigen Kennenlernens erhielt sie am 19. März 1948 das Ordenskleid und ihren Schwesternnamen: Sr. M. Ehrentrudis.  Am Josefstag des Jahres 1950 legte die junge Ordensfrau ihre erste Profess ab. Drei Jahre später band sie sich in der Ewigen Profess für ihre gesamte Lebenszeit an die Lebensform einer Franziskanerin der St. Josefskongregation.

Zwei Jahre lang lernte Sr. Ehrentrudis das konkrete Miteinander von Heimbewohnern und Klosterfrauen in Ursberg kennen. Sie war in Gruppen mit Jugendlichen eingesetzt und tat dort gerne ihren Dienst. Da jedoch in der Hausmeisterei dringend eine Mitarbeiterin gesucht wurde, begann sie im März 1949 mit einer Aufgabe, der sie ihr Leben lang treu blieb: Sie fand ihren Wirkungsort in der Hausmeisterei.  In der Hausmeisterei wurde für die Wäsche der Heimbewohnerinnen, Heimbewohner  und der Schwestern gesorgt. Es wurden Wäschestücke genäht, ausgebessert oder neu bestellt. Erforderlich war hierfür Geschick im Nähen, Überblick über das Erforderliche sowie die Fähigkeit zur Teamarbeit, denn es wirkten an diesem Ort mehrere Schwestern gemeinsam.
Noch während des Noviziates erhielt sie die Ausbildung zur Wäscheschneiderin in der Weißnäherei, die sie mit sehr gutem Erfolg absolvierte. Von 1961 bis 1999  hatte Sr. Ehrentrudis die Leitung der Hausmeisterei, deren Aufgaben sich im Laufe der Jahre veränderten. Bis in den Frühling dieses Jahres war sie noch immer wieder dort anzutreffen, um nach dem Rechten zu sehen und den beiden Schwestern zur Seite zu stehen. Sr. Ehrentrudis hatte einen Blick für das Schöne und Geschick für feine Arbeiten. Noch im letzten Winter konnte sie mit Karten, die mit Fadensternen geschmückt waren, Mitschwestern eine Freude machen.  

Seit den 60er Jahren begleitete die Ordensfrau eine große Lebenserschwernis. Aufgrund einer Erkrankung des Stimmbandes konnte sie nicht mehr laut sprechen und singen. Dennoch trat sie in der Gemeinschaft nie verzagt auf. Sie war aufmerksam den Mitschwestern gegenüber und aufgeschlossen für deren Freuden und Anliegen. Gemeinsames Beten und Arbeiten wurden in Liebe zu den Menschen und zu Gott verrichtet. Ihr Glaube half ihr mit dem Leiden zurecht zu kommen. Dieser Glaube half der treuen Ordensfrau auch durch die letzten Monate, in welchen ihre Lebenskraft zunehmend schwächer wurde. Sie hatte Sehnsucht nach Erlösung und ging mit Zuversicht auf ihre Begegnung mit Jesus zu, der in den Nachmittagsstunden des 12. August zu ihr das „Komm!“ sprach.

Sr. M. Elfrieda (Anna Elisabeth) Faatz CSJ,  gestorben am 30. Juni 2014

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Sr. M. Elfrieda wurde als einzige Tochter eines Tapezierermeisters  am 13. Februar 1927 in München geboren. Sie wurde auf die Namen Anna Elisabeth getauft. Ihre Familie und Freunde riefen sie Anneliese.  Sie wuchs mit ihren beiden Brüdern im Elternhaus in München auf und besuchte die Städtische Volksschule. Noch keine 10 Jahre alt lernte das Mädchen den Schmerz des Lebens kennen. Ihre Mutter starb 1935 unerwartet rasch. Der Vater musste die Kinder in einem Kinderheim unterbringen, da ihm aufgrund seines Berufes eine zuverlässige Sorge im Alltag nicht möglich war. 1941 traf das Mädchen ein weiterer Schicksalsschlag, denn auch ihr Vater ging nach kurzer Krankheit heim zu Gott. Nachdem Anneliese nun eltern- und heimatlos war, übernahm ein Onkel die Vormundschaft. Dieser holte sie zu sich nach Österreich. Nach dessen Tod, im Jahr 1943, bekam sie eine gesetzliche Vormundschaft und lebte in Sonthofen im Allgäu. Bis zu ihrer Umsiedlung nach Sonthofen  besuchte sie eine staatliche Kindergärternerinnenschule, die sie aber gerne ohne Abschluss beendete, da sie mit den Vorschriften des politischen Systems nicht übereinstimmte. Vom Januar 1944 bis zu ihrem Eintritt in die St. Josefskongregation 1947 arbeitete die junge Frau in der Gewerbeabteilung des Landratsamtes.  In Ursberg arbeitete sie nach ihrem Eintritt in die Schwesterngemeinschaft in einer Schulkindergruppe im Haus St. Josef. Mit ihrem sonnigen Wesen und tatkräftigen Einsatz eroberte sie rasch die Herzen der Kinder und Mitschwestern. Dennoch führte ihr Weg sie aufgrund ihrer Fertigkeiten in Stenografie und Maschinenschreiben sehr bald  in das Büro für Pflegewesen. Von 1948 bis 1960 war dies ihr Arbeitsfeld. Von 1960 bis 1966 war der berufliche Einsatz im Büro der Niederlassung in Percha. Sr. Elfrieda wurde 1966 der Verwaltungsbereich des Blindenheimes in Pfaffenhausen anvertraut. 1992 übernahm sie als Konventoberin und Filialeiterin die Verantwortung für die gesamte Einrichtung. Sie tat es in Liebe zu den Menschen, die in Pfaffenhausen lebten und wirkten. Neun Jahre ist Sr. Elfrieda in großer Gewissenhaftigkeit, Treue, Umsicht und unermüdlich tätig dem Konvent und der Filiale als Leiterin vorgestanden. In diese Jahre fielen große bauliche und strukturelle Veränderungen. Neben diesen großen Herausforderungen hatte sie einen Blick für das Kleine und Schöne, das den Alltag bereichert. Sie sang im Blindenchor mit und leitete viele Jahre mit Kreativität und Geduld die Theatergruppe 2001, im Alter von 75 Jahren, konnte sie die Aufgabe der Leitung in die Hände von Herrn Merkl legen, mit dem sie bereits über viele Jahre harmonisch zusammen arbeitete. Aber nicht nur die Arbeit und die Menschen standen in der Mitte ihrer Interessen. Sr. Elfrieda war eine tief religiöse Ordensfrau mit besonderer Liebe zum Rosenkranzgebet. Am Franziskustag des Jahres 1949 wurde sie in das Noviziat aufgenommen, erhielt ihren Schwesternnamen und wurde in das Leben einer Ursberger Schwester eingeführt. 1951 legte sie Erste Profess ab und am 4. Oktober 1954 versprach sie sich dem Herrn für ihr gesamtes Leben. Gleich unserem Ordensvater dem hl. Franziskus liebte sie die Natur. Wenn es ihr möglich war, verbrachte sie die Urlaubstage in Füssen. Von dort aus unternahm sie Ausflüge in die geliebten Berge. Hier fühlte sie sich dem Herrn besonders nahe und konnte ihn loben und preisen. Ihre Glaubensfreude gab sie gerne weiter. Es war ihr eine Ehre, den Herrn als Kommunionhelferin den Gläubigen zu reichen Für die Schwesterngemeinschaft im Konvent von Pfaffenhausen trug sie  von 1971 an Verantwortung – zunächst als Konventrätin und später als Oberin. Es war ihr ein Anliegen, dass die ihr anvertrauten Menschen, sich wohl fühlten. Sie stellte sich ihren Aufgaben mit Leib und Seele, mit Wärme und Herzlichkeit. Es war der vielseitig begabten Schwester eine Freude, mit ihren Talenten das Leben in der Einrichtung zu bereichern. Ihre Anwesenheit prägte die Atmosphäre der gesamten Einrichtung in Pfaffenhausen.  Als ihre Kräfte nachließen, gab sie2004 auch die Aufgabe als Konventoberin ab. Tatenlos konnte sie nicht sein, so pflegte sie das Hausarchiv, wirkte aktiv bei einem Buch über das Blindenheim mit und sorgte sich um den Altarschmuck in der Kapelle.  Es fiel ihr 2012 schwer, sich von den Pfaffenhausener  zu verabschieden, aber sie wollte ihre letzten Lebensjahre dort verbringen, wo  ihr Ordensleben begann. So zog Sr. Elfrieda  nach 46 Jahren von Pfaffenhausen in das Mutterhaus in Ursberg, ohne die Verbindung zu Pfaffenhausen zu verlieren. Sie gewann die feierlichen Liturgiefeiern  in diesem Konvent lieb und gerne zog sie sich zu ruhigen Stunden in die Mutterhauskapelle zurück, um dort Gott für die schönen und schweren Stunden des Lebens zu danken und ihm alle Menschen anzuempfehlen, die ihr am Herzen lagen. In den letzten Wochen ließen ihre Lebenskräfte nach und in den Morgenstunden des 30. Juni 2014 ging Sr. Elfrieda ruhig und leise heim zu Gott.

Sr. M. Columba (Barbara) Klaus CSJ  gestorben am 05. März 2014

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Sr. M. Columba kam am 30. Oktober 1918 in Oberneufnach, Landkreis Unterallgäu, zur Welt und wurde auf den Namen Barbara getauft. Sie wuchs mit elf Geschwistern in der kleinen Landwirtschaft ihrer Eltern auf. Das Leid kehrte schon früh in das Leben der großen Familie ein, denn die Mutter starb als die kleine Barbara noch keine fünf Jahre alt war. 
Barbara besuchte die Volksschule und anschließend drei Jahre lang die damals sogenannte Sonntagsschule. Bis 1935 tat sie Dienst in einer Bauernfamilie. Zunächst wirkte sie als Kindermädchen und verrichtete häusliche Arbeiten. Als die Kinder größer wurden war sie dort bei Haus-, Stall- und Feldarbeit tätig.  Die Arbeit einer Bauernmagd strengte das zarte junge Mädchen sehr an. Gerne hätte die damals 16-Jährige eine Ausbildung zur Lehrerin begonnen. Der Ortspfarrer hörte von ihrem Wunsch und meldete sie in der Lehrerinnenbildungsanstalt in Ursberg an. Die junge Barbara trat im April 1935 in Ursberg ein. Zeitgleich wurde von der nationalsozialistischen Regierung das klösterliche Lehrerinnenseminar aufgehoben. So besuchte sie die Mädchenmittelschule in Ursberg und legte im Frühjahr 1938 eine staatliche Prüfung ab, die ihr es ermöglichte den anschließenden Erziehungskurs zu besuchen.
In den Jahren des Schulbesuches lernte sie das klösterliche Leben der Schwestern kennen und es erwachte der Wunsch, ebenso wie diese zu leben. Deshalb trat sie 1939 in das Postulat ein. Ein gewagter Schritt, denn das Naziregime stand Ordensfrauen nicht freundlich gesinnt gegenüber. Am Franziskustag 1940 wurde sie in das Noviziat der St. Josefskongregation aufgenommen und in das Ordensleben als Sr. M. Columba eingeführt. Am 4. Oktober 1942 legte sie zeitliche Profess ab und drei Jahre später versprach sie am Franziskustag 1945 ihre gesamte Lebenszeit als Ordensfrau zu leben. Dies tat Sr. Columba mit Liebe und treuer Gewissenhaftigkeit.

Berufsmäßig war die zarte Schwester von 1939 an bis 1991 im damals so genannten Pflegebüro eingesetzt. Sie erlebte die schweren Jahre der Euthanasie hautnah mit. Sie war zuständig für die Korrespondenz der eingehenden Aufnahmegesuche und der finanziellen Versorgung der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner. In den 60er

hren erledigte sie die anfallenden Schreibarbeiten für die Krankenbehandlungen der Betreuten. Dazu zählten der Schriftwechsel mit den Krankenkassen, die Organisation von Arztbesuchen und Krankenfahrten sowie Besorgung aller notwendigen medizinischen und orthopädischen Hilfsmittel, eine Aufgabe, die Überblick und Organisationsvermögen erforderte. 1991 wechselte Sr. Columba ihren Aufgabenbereich und war als nun bereits 74jährige Schwester noch mit der Erledigung von Schreibarbeiten für die St. Josefskongregation tätig.
Schwester Columba verbrachte ihr Ordensleben immer im Mutterhauskonvent. Sie gliederte sich ruhig und bescheiden in die Gemeinschaft ein. Mit ihrem Humor und ihrer Lebensfreude überraschte sie bei Unterhaltungen immer wieder mit witzigen und schlagfertigen Bemerkungen. Naturliebend und für gemeinsame Feiern war sie immer aufgeschlossen. Konventfeiern bereicherte sie mit ihren Gedichten und auch gemeinsame Ausflüge fasste sie für ihre Mitschwestern in Gedichtform zusammen. Seit Mai 2012 lebte sie auf der Pflegestation in St. Camillus, da sie auf zunehmende Hilfeleistungen und Betreuung angewiesen war. Noch am Faschingsdienstag 2014 feierte Sr. Columba mit ihren Mitschwestern. Sie sang und sprach und war fröhlich in der lockeren Runde.
Am Aschermittwoch, dem Tag des Jahres, der uns auf unsere Vergänglichkeit hinweist, feierte sie im Konvent den Gottesdienst mit und empfing die hl. Kommunion. Der Aschermittwoch, 5. März 2014, wurde aber auch der Tag an dem sie für alle unerwartet leise und rasch Abschied nahm von dieser Erdenwelt, um die ganz andere, neue Welt bei Gott zu erleben.



 

Sr. M. Fridolina (Karolina) Gollinger CSJ      gestorben am 30. Januar 2014

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Mit Sr. Fridolina ging eine der ruhigeren Mitschwestern heim zu Gott. Sie kam am 16. September 1924 in Hirschbach/Wertingen zur Welt und wurde auf den Namen Karolina getauft. Sie wuchs mit drei Brüdern und einer Schwester auf und besuchte in ihrem Heimatort die Volks- und Berufsschule. Gerne hätte sie einen Beruf erlernt. Als sie 14 Jahre alt war, brach jedoch der 2. Weltkrieg aus.  Ihre Brüder mussten ins Feld ziehen und so war es notwendig, daheim den Eltern in Haus und Hof zu helfen. In diesen Kriegsjahren lebte sie treu der Kirche und dem katholischen Glauben verbunden. So wuchs in ihr der Wunsch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Durch eine Bekannte, die Postulantin in der St. Josefskongregation war, wurde sie auf die Ursberger Schwestern aufmerksam. Bald nach Kriegsende, im Januar 1946, trat sie in die Gemeinschaft der Franziskanerinnen in Ursberg ein.

Eine tiefe Religiosität war Sr. Fridolina zu eigen. Treu erfüllte sie alle Gebete und suchte in der Literatur nach Bereicherung in ihrem Glaubensleben. Am Franziskustag des Jahres 1947 konnte sie in das Noviziat eintreten, erhielt ihren Ordensnamen und das Ordenskleid. Zwei Jahre später legte sie Zeitliche Profess und am 4. Oktober 1952 Ewige Profess ab.  Es war Sr. Fridolina immer ein Anliegen, Zeugnis von ihrem Glauben zu geben. All ihre Anliegen, die Sorgen und Nöte der Kongregation und der Welt trug sie im Gebet Gott vor.

Still wie sie war und bescheiden gliederte sie sich in die Schwesterngemeinschaft ein und tat die ihr aufgetragenen Dienste. Sie lernte verschiedene Aufgaben kennen, die zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnheimen erforderlich waren. Daher war sie z.B. in St. Martha im Bügelzimmer. Von 1948 bis 1961 widmete sie sich der Betreuung von Menschen mit Behinderungen. 12 Jahre davon war sie im sogenannten Engelhof bei Kleinkindern. Diese Arbeiten wurden der körperlich nicht so sehr belastbaren Schwester im Laufe der Jahre immer schwerer. So war es ratsam den Beruf zu wechseln. Von 1961 an war sie in der Hauswirtschaft für die Schwesterngemeinschaft eingesetzt und war bis 1965 im Refektor von St. Vinzenz und von 1965 bis 1970 im Salvatorkonvent anzutreffen. So war ihr ein geregelter Tagesablauf möglich mit Pausen und Zeit für das Gebet.

Mit 56 Jahren kam sie in das Krumbad. Nach einer gewissen Zeit als Pförtnerin übernahm sie eine Stationsleitung. Bis in das Jahr 2000 war sie verantwortlich für die Betreuung der Kurgäste, bis 2008 wirkte sie in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen auf einer Station im Krumbad. Wesentlicher Auftrag der Schwestern im Krumbad ist, sich den einzelnen Gästen in ihren individuellen Bedürfnissen und ihrer Hilfsbedürftigkeit zu widmen. Dabei sind konkrete Hilfsdienste erforderlich, aber auch ein geduldiges Ohr für die Sorgen und Leiden der meist älteren Menschen. Diese Aufgabe entsprach der Schwester, der es leichter fiel, sich einer einzelnen Person zuzuwenden als eine größere Gruppe anzusprechen. Dass es ihr gelang, zeigte sich in einem regen Briefverkehr, der mit ehemaligen Kurgästen nach deren Aufenthalt im Krumbad zustande kam.

Im Jahr 2008 war es Sr. Fridolina jedoch nicht mehr möglich, die weiten Wege und vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Daher zog sie in den Konvent von St. Salvator. Hier war sie glücklich und zufrieden. Dankbar nahm sie die ihr verbliebene Lebenszeit, um Gott im Gebet nahe zu sein. Nachdem sie nicht mehr so gut lesen konnte, suchte sie in religiösen Radiosendungen ihren Glauben zu vertiefen und zu erweitern. Es war zu beobachten wie ihre körperlichen Kräfte immer mehr nachließen. An ihrem Sterbetag konnte Sr. Fridolina gemeinsam mit ihren Mitschwestern die Eucharistie feiern und an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen. Aufgeschlossen und fröhlich führte sie Gespräche mit ihrer Schwester Oberin und einer Besucherin. So war es für alle unerwartet, dass sie am Nachmittag des 30. Januar plötzlich verstarb. Wir erbitten ihr, die ihr Leben lang eng mit Gott verbunden lebte, die ewige Herrlichkeit in  seiner Nähe.

Sr. M. Nikoleta (Agnes) Schmid  CSJ                  gestorben am 03. Januar 2013

Nikoleta

Sr. Nikoleta kam am 24. März 1922  als Tochter eines Landwirtes in Hohenried, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, zur Welt. Sie wuchs mit neun Geschwistern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen ihrer Eltern auf und besuchte in ihrem Heimatort die Volks- und Berufsschule. Während der Kriegsjahre und danach, bis zu ihrem Eintritt in die Schwesterngemeinschaft der St. Josefskongregation im Mai 1950, half sie daheim im Haushalt und in der Landwirtschaft. Zugleich engagierte sie sich in der Jugendarbeit ihrer Pfarrei. Viele Jahre trug sie den Wunsch in sich als Ordensfrau Gott und den Menschen zu dienen. Deshalb bat sie um Aufnahme in die St. Josefskongregation in Ursberg.

Nach zwei Jahren des Kennenlernens wurde die junge Frau am Josefstag 1952 in das Noviziat aufgenommen. Sie wurde in die Spiritualität der Schwesterngemeinschaft eingeführt und legte am 19. März 1954 die Erste Profess ab. Drei Jahre später band sie sich mit der Ewigen Profess für ihr ganzes Leben an die Nachfolge Jesu in der St. Josefskongregation.

Einige Monate lernte Sr. Nikoleta die Arbeit in einer Wohngruppe in St. Josef kennen. Mit ihrem natürlichen und frohen Wesen verstand sie es gut mit den Kindern. Bereits im April 1951 wurde sie nach einigen Monaten in der Küche in St. Josef in die Klostermühle von Ursberg versetzt. Die Arbeiten dort entsprachen ihren Neigungen und sie war den harten körperlichen Tätigkeiten gewachsen. Da sie Freude an diesem Betrieb hatte, wurde sie zur Müllerin ausgebildet.

Mehr als die Hälfte ihres Lebens, von Juli 1955 bis Juni 2010, lebte Sr. M. Nikoleta dann in Maria Bildhausen. Sie kam nach einem kurzen Einsatz in der Mühle von Kloster Holzen in das Frankenland, um dort als gelernte Müllerin für sechs Wochen auszuhelfen. Aus diesen Wochen wurden 55 Jahre. In der ganzen Zeit war sie für die dortige  Mühle verantwortlich. Mit größter Sorgfalt, Genauigkeit und unter Einsatz ihrer ganzen Kraft, vor allem mit Freude, verrichtete sie gemeinsam mit den ihr anvertrauten Helfern die ihr übertragene Aufgabe. Die humorvolle Ordensfrau war  weit über Maria Bildhausen bekannt und beliebt. Im näheren und weiteren Umkreis wurde sie respektvoll als „die Müllerin“ bezeichnet.

Als die Mühle 1997 stillgelegt wurde, verließ Sr. Nikoleta ihre Mühle nicht, sondern pflegte diese gemeinsam mit Bewohnern der Einrichtung.  Verantwortungsbewusstsein und Sinn für Sauberkeit zeichneten ihre Tätigkeit aus, so dass die Mühle auch nach dem Stillstand noch in einem guten Zustand ist.

Mit ebensolcher Treue lebte Sr. Nikoleta in der schwesterlichen Gemeinschaft. Als Konventvikarin stand sie von 1979 an viele Jahre den jeweiligen Oberinnen zur Seite. Da bis zur Gründung der Stiftung Dominikus-Ringeisen-Werk im Jahr 1996 auch der Heimbereich und die Werkstatt in der Verantwortung der St. Josefskongregation lagen, waren Umsicht und Vielseitigkeit verlangt. Ebenso wirkte Sr. Nikoleta als Kommunionhelferin und es war ihr eine Freude für den Kirchenschmuck zu sorgen. Bis ins hohe Alter konnte sie mit Bastelarbeiten Gästen und Mitschwestern eine Freude machen. Am Tag vor ihrem Sterben nahm sie nach vielen Wochen, in denen sie nicht mehr häkeln konnte, wieder die Wolle zur Hand, um Weihnachtsglocken zu häkeln.

Tief verbunden mit Maria Bildhausen fiel ihr der Entschluss 2010 schwer, ihre Heimat in Bildhausen mit einem Zimmer im Mutterhaus in Ursberg zu vertauschen. Aber sie freute sich auf das Zusammensein mit ihrer leiblichen Schwester, Sr. M. Guntrama, die ebenfalls Schwester der St. Josefskongregation ist. Gemeinsam konnten sie die Jahre des Alters verbringen. Es war Zeit füreinander da, aber auch Zeit, im Gebet Gott nahe zu sein. Da die körperlichen Beschwerden zunahmen, zog Sr. Nikoleta im Januar des vergangenen Jahres nach St. Camillus auf die Schwesternpflegestation. Die Ordensfrau wollte stets zum Wohl der ihr anvertrauten Menschen handeln und leben. Mit ihrem freundlichen Auftreten machte sie das Zusammensein schön und bereichernd.  Einer Mitschwester, die nicht mehr über eine eigene Lautsprache verfügt, half sie bis zu ihrem eigenen Sterbetag beim Beten, indem sie ihr laut vorbetete.
Obwohl immer wieder größere Schwächeeinbrüche in den letzten Monaten ihr Leben prägten, ging Sr. M. Nikoleta für uns alle überraschend schnell am Freitag, 3. Januar 2014, heim zu Gott.

Nikoleta

Sr. M. Nikoleta und die Mühle in Maria Bildhausen
Foto: Maria Bildhausen

Nikoleta

Sr. M. Nikoleta bei ihrem Abschied von Maria Bildhausen im Jahr 2010

Foto: Then

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Sr. M. Waldemar (Mathilde) Brunner, gest. 18. Oktober 2013

Am Freitag, 18. Oktober 2013, nahm Sr. M. Waldemar Abschied von ihrem Leben hier auf dieser Erde, um mit Maria, die sie ihr Leben lang verehrt hat, unseren Herrn und Gott zu schauen. Kurz nach ihrem 70jährigen Professjubiläum, am Franziskustag 2009, hielt Sr. Waldemar schriftlich einen Lebensrückblick. Deshalb wollen wir Sr. M. Waldemar mit ihren eigenen Worten auf ihr Leben zurückschauen lassen:

In Niederbayern, am 25. August 1918, als 6. Kind geboren, bin ich mit 9 Geschwistern aufgewachsen. Wir waren eine glückliche Familie mit Gebet und gegenseitiger Hilfe und Zufriedenheit. Leider ist unser ältester Bruder vom 2. Weltkrieg nicht mehr heimgekommen.

In meiner Heimat wurden wir durch eine Drittordensschwester auf Ursberg aufmerksam gemacht, denn sie war mit einer Ursberger Schwester verwandt. Meine Eltern sagten, ich darf dort von 1933 – 1936 die Mittelschule besuchen, dann bis 1937 einen Erzieherkurs für behinderte Kinder. Ich hatte sehr große Freude und den Wunsch, Schwester zu werden.

Ich freute mich  sehr über die Aufnahme in das Noviziat am 4. Oktober 1937 und darüber, dass ich am  4. Oktober 1939 die Profess für drei Jahre und im 2. Weltkrieg am Franziskustag 1942 die Ewige Ordensprofess ablegen zu dürfen.

1941 musste ich auch die Verlegungen unserer Behinderten in den „grauen Bussen“ erleiden. Ich war in St. Martha eingesetzt. Wir sollten Trost spenden und Mut geben.  Das war sehr schwer und sehr schmerzvoll.

1954 kam meine Versetzung nach Kloster Fendsbach als Stationsleitung bei behinderten heranwachsenden „Buam“, wie wir damals sagten. Es waren 22 in meiner Gruppe. Ich hatte sie alle sehr gerne  und leitete die Gruppe mit Güte und Festigkeit. Wir hielten zusammen wie in einer Familie bei einfachsten Verhältnissen. Es gab noch keine Waschmaschine, keinen Fernseher – aber später schon. Meine Anvertrauten waren beschäftigt im Garten, in der Landwirtschaft und im Stall. Sie gingen alle sehr gerne an die Arbeit, die unter Anleitung erfolgte. Abends hatte jeder seine eigene Beschäftigung nach Neigung und Eignung. Wir machten auch Spiele, hörten gerne Volksmusik aus Radio oder von Schallplatten. Einige konnten auch Mund- oder Ziehharmonika spielen.

Im Oktober 1985 musste ich schweren Herzens meine Gruppe in Kloster Fendsbach verlassen (diese Niederlassung wurde in die Hände einer anderen Einrichtung übergeben) und kam nach Kloster Holzen. Von 1985 – 1998 betreute ich auf der Pflegestation im Altenheim Schwerkranke und Sterbende. Ich durfte sie begleiten zum Übergang in die Ewigkeit. Ab 1999 konnte ich mich dann noch nützlich machen als Hilfe in der Klosterkirche und der Versorgung der Kirchenwäsche.

Am 27. Februar 2009 kam ich auf die Altenstation im Mutterhaus in Ursberg und war froh, dass ich auch hier noch nach meiner Möglichkeit kleine Hilfsdienste machen kann. Ich schätze vor allem die tägliche Heilige Messe und dass ich mit Lobpreisen, Danken und Bitten in der Sakramentskapelle Anbetung halten kann. Ich mache auch dort gerne „Vertretung“, wenn eine Schwester krank wurde und verweile gerne im Gebet bei sterbenden Mitschwestern.

Meinen 70. Professjubeltag am 3. Oktober 2009 habe ich mit viel Freude und in großer Dankbarkeit feiern dürfen – auch mit meinen lieben Angehörigen.

Dank sei Gott für alles!

waldemar

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Sr. M. Dagobert (Zita) Fürgut, gest. 19. September 2013

„Wenn wir heimkehren zu Gott,

ist es der Seele höchster Feiertag.“

Unsere Schwester Dagobert ist am Donnerstag vergangener Woche nach einem Leben schwerer Arbeit, freudigen Einsatzes im Beruf und einem Ordensleben, in dem Gott und der Dienst am Menschen im Mittelpunkt standen, zu diesem ewigen Feiertag heimgeholt worden.

Sehr frühe Fotografien zeigen sie als letztes der 9 Kinder auf dem Anwesen Ihrer Eltern Anna und Josef Fürgut in Greuth, Landkreis Unterallgäu. Am  10. Sept.1928 geboren, erlebte sie sehr bald den Abschied ihrer älteren Schwester die ins Kloster nach Ursberg ging. Die kleine Zita war damals 3 Jahre alt. Jahre später verlor sie die Mutter, die 1944 durch ein Fuhrwerk tödlich verunglückte. Ihr älterer Bruder ist in Russland vermisst. Diese  frühen Ereignisse prägten sich ihr tief ein und machten sie sensibel für Leid und Schmerz. Noch in späteren Jahren füllten sich ihre Augen schnell mit Tränen, wenn sie Nachrichten über Unglück und Leid in Familien, in der Welt erfuhr. Sie besuchte die Volksschule in Illerbeuren, dort auch die landwirtschaftliche  Berufsschule und arbeitete mit auf dem elterlichen Anwesen. So oft es ihr möglich war, fuhr sie mit dem Rad, zusammen mit ihrem Bruder, nach Ursberg,, um dort ihre ältere Schwester, unsere Sr. M. Antida, zu besuchen.

1951 erfüllte sich endlich auch ihr Wunsch, in die St Josefskongregation in Ursberg einzutreten, wo sie als Schwester Dagobert von 1953 bis 1955 im Noviziat lebte, und am 19. März 1958 die Gelübde auf Lebenszeit ablegte.Die Berufung zum Ordensleben war das große Glück ihres Lebens, für das sie immer dankbar war. Ihr Leben lang bemühte sie sich, die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit, als Ordenschwester und im Ringeisen-Werk im Alltag umzusetzen. Ihre Oberen erkannten sehr bald die Fähigkeiten der von Natur aus kräftigen und bereitwilligen Schwester und schickten sie 1954 zur Ausbildung im Brauerhand- werk, die sie 1961 an der Meisterschule erfolgreich mit Prüfung beendete. Mit Freude und Elan übernahm sie 1961 die Leitung der Ursberger Brauerei, bildete Lehrlinge aus , bis 1971 die Leitung der Brauerei in die Hände eines Braumeisters überging. Als Braumeisterin arbeitete sie weiterhin mit ihrer Mitschwester im Männer- beruf des Brauerei-Handwerkes. Nie war ihr etwas zu viel. Sie lebte im Klostergasthof, bewohnte dort auch ein Zimmer. So war sie weiter- hin aufs engte verbunden mit diesem Ursberger Betrieb, mit den Mitarbeitern, mit den Gästen, die sie als frohe, weltoffene , interessierte und tatkräftige Ordensfrau erlebten, die sich auch erfreuten an ihrer Begeisterung für den FC Bayern.Eine ganz große Freude war es für sie, als sie bei einer Romfahrt 1983 dem heiligen Vater Papst Johannes Paul II. einige Flaschen Ursberger Bockbier persönlich überreichen durfte und von ihm einen weißen Rosenkranz erhielt, der ihr Stolz und ihre Freude wurde. Mit diesem Rosenkranz in der Hand begann für sie fortan jeder neue Tag. Ein Foto mit dem Papst bei der Übergabe des Bieres aus Ursberg , zierte immer ihren Arbeitsraum im Bräuhaus und später ihr Zimmer im Mutterhaus. In ihrer tiefen Gläubigkeit empfand sie eine große Ehrfurcht vor dem Schöpfer, vor den Gesetzen und Gaben der Natur, mit denen sie täglich im Prozess des Bierbrauens konfrontiert war. Mit großer Freude an ihrem Beruf, mit Aufmerksamkeit und Gewissenhaftigkeit, mit gebotener Sorgfalt, und mit einem reichen technischen und fachlichen Wissen und Können erfüllte sie ihren Auftrag in der Brauerei. Sie scheute keine Mühe, wohl wissend, dass die Ursberger Brauerei ein Vermächtnis unseres Gründers Ringeisen ist, der diesen Betrieb 1893 erworben hatte.Das Gottvertrauen, das er uns Schwestern gelehrt hat, war auch für sie Halt und Stütze in den schweren Tagen und Veränderungen, die mit zunehmendem Alter auf sie zukamen. Sie, die immer treu und gewissenhaft ein Ordensleben lang Gebet und Arbeit miteinander verbunden hatte, widmete sich mehr und mehr dem Gebetsleben. Besonders als die Kräfte nachließen und sie 2007 auf die Altenstation im Mutterhaus umziehen musste und 2010 auf die Krankenstation in St. Camillus. An manchen Tagen blätterte sie in dieser Zeit in ihren Foto-Alben, suchte die Vergangenheit, suchte die Bilder ihrer Geschwister, ihrer Familie auf, der sie sich immer herzlich verbunden wusste.Wir danken unserer Schw. M. Dagobert für ihr Leben, für ihr Beispiel, für ihre herzliche Zuneigung zu uns Mitschwestern und zur Gemeinschaft.

„Wenn wir heimkehren zu Gott,

ist es der Seele höchster Feiertag.“

Gott mag ihr zu diesem Feiertag ein Festmahl bereiten,

sie dazu einladen und sie einstimmen lassen in den Gesang des Psalmisten:

„Herr, mein Gott, ich will dir danken in alle Ewigkeit“

dagobert

dagobert

dagobert

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Sr. M. Sigrid (Magdalena) Paul, gest. 26. Juli 2013

Hundert Lebensjahre waren Sr. M. Sigrid geschenkt, auf welche sie mit Freude und Zufriedenheit zurückblicken konnte, obwohl sie von schweren Zeiten nicht verschont gewesen war.

Sr. Sigrid kam am 8. November 1912 in Loppenhausen, nahe Ursberg, zur Welt, wurde auf den Namen Magdalena getauft und wuchs mit zehn Geschwistern auf. Zwei ihrer Schwestern wählten wie sie den Weg in die St. Josefskongregation. Unsere Schwestern Sr. M. Armella und Sr. M. Laeta. Beide verstarben jedoch in früherem Lebensalter.

Sr. Sigrid trat mit 14 Jahren in die Kandidatur der St. Josefskongregation ein und wurde fünf Jahre nach dem Besuch der dreiklassigen Mädchenmittelschule, am 19. März 1932, eingekleidet. Nach dem Noviziat versprach Sr. Sigrid am 19. März 1934 in der ersten Profess und drei Jahre später in der ewigen Profess als Ordensschwester in der Nachfolge Jesu zu leben.

Unterschiedliche Einsatzstellen prägten das Leben der eifrigen Ordensfrau. So war sie vor ihrer Einkleidung in der Gästebedienung in Percha am Starnberger See tätig, wo sie es verstand, mit den Gästen umzugehen. Andere Zeiten nutzte sie mit Tätigkeiten im Nähzimmer.
Vom Beginn ihres klösterlichen Lebens an galt ihr Leben der Sorge für die Menschen. Mütterlich begegnete sie den Kindern im Haus St. Josef in Ursberg und in Bad Grönenbach. Eine Lungenerkrankung erschwerte ihr viele Jahre das ausdauernde Arbeiten und ließ sie mit Unsicherheit in die Zukunft blicken. Sie wurde aber wieder richtig gesund, so dass sie weiterhin sich den Menschen widmen konnte. Von 1948 bis 1954 war die resolute und konsequente Schwester für die Lehrmädchen im Haus St. Maria in Ursberg verantwortlich. In ihrer Heiterkeit, Klarheit und Eindeutigkeit wurde sie von diesen Mädchen geschätzt und geachtet. Die längste Zeit ihres Lebens verbrachte Sr. Sigrid von 1954 an in Kloster Holzen, wo sie  bis 1992 in besonderer Weise Liebe und Fürsorge bei der Betreuung von Senioren im Kloster Holzen entfaltete. An den Sonntagen half sie in der dortigen Gaststätte bei der Bedienung der Gäste mit. Diese Aufgabe erfüllte sie mit großer Begeisterung. Hilfreich war ihr bei allem der ihr eigene Humor. Aber auch ruhigeren Tätigkeiten widmete sich Sr. Sigrid. Kreativ und geschickt arbeitete sie mit Textilien und stellte dabei die Ursberger Kasperle her und erfreute mit Produkten aus Naturmaterialien Mitschwestern, Freunde und Familienangehörige.

In ihrem vielseitigen Interesse und mit ihrem Humor war sie für die Schwesterngemeinschaft ein belebendes Glied. Ebenso konsequent wie sie den jungen Menschen begegnete, brachte sie sich in den Schwesternkonvent ein und lebte sie ihr religiöses Leben mit Gott.  Den Glauben lebte Sr. Sigrid mit Selbstverständlichkeit, Regelmäßigkeit und Treue.

Nachdem sie von 1992 an, ab dem Alter von beinahe 80 Jahren in Kloster Holzen  Jahre des Ruhestandes verbrachte, wurde 2007 das Leben in der Niederlassung doch zu beschwerlich, zudem standen Umbauarbeiten im Haus an, so dass es zu einem Wechsel des Lebensortes kam. Sr. Sigrid wohnte von 2007 an in der Schwesternpflegestation in St. Camillus. Obwohl sie auf den Rollstuhl angewiesen war, die Augen und das Gehör eingeschränkt waren, verließen sie nicht der Humor, der gute Mut und das Vertrauen in die Liebe Gottes.

Mit Freude feierte Sr. Sigrid im vergangenen November ihren 100. Geburtstag, wo sie zahlreiche Gäste begrüßte und viele Glückwünsche erhielt. Sie dankte allen, Gott und dem Leben mit den Worten: „Mei, geht´s mir gut, aber mir ist´s noch nie schlecht ganga!“

sigrid

Sr. Sigrid als Jubilarin im Jahr 2009

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Sr. M. Landelina (Maria) Heinrich, gest. 25. Juli 2013

Sr. Landelina kann auf ein langes Leben zurückblicken, das von vielen Schmerzen, Sorgen und Kümmernissen, aber auch von Freude am Zusammensein mit den Kindern, an Gott und an der Musik geprägt war.

Am 4. August 1916 kam Sr. M. Landelina in Schmiechen, Landkreis Aichach-Friedberg, zur Welt. Sie wuchs mit fünf Geschwistern und einem Pflegebruder auf. Im Jahr 1929 entschloss sich die Dreizehnjährige nach dem Volksschulbesuch in ihrem Heimatort zum Besuch der Lehrerinnenbildungsanstalt in Ursberg. Mit besonderer Freude und großem Eifer widmete sie sich der Ausbildung zur Lehrerin, welche sie 1936 nach der Referendarzeit an der Ursberger Volksschule abschloss.
Nach dieser Ausbildung trat die Zwanzigjährige in die St. Josefskongregation  ein. Sie wurde am  Franziskustag, am 4. Oktober 1936, in das Noviziat aufgenommen. Während dieser Zeit wurde Sr. Landelina in das Ordensleben eingeführt und lernte es, dieses mit dem berufstätigen Leben zu verbinden. Gott und den Menschen galt ihre Liebe und Zuneigung. 1938, kurz nach Kriegsbeginn, legte Sr. Landelina ihre 1. Profess und 1941 die Profess für ihre gesamte Lebenszeit ab.

Die Kriegsjahre waren für die junge Schwester schwere Jahre, denn alle Brüder, einschließlich des Pflegebruders, mussten in den Krieg ziehen. Drei ihrer Brüder fielen 1942 und 1943 an der Ostfront. Der vierte Bruder kam lungenkrank aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurück. An der Krankheit des Sohnes infizierte sich schließlich auch die Mutter unheilbar. Beide, Sohn und Mutter, verstarben im Jahr 1948 an den Folgen dieser Krankheit. Dieser Verlust traf Sr. Landelina und ihre beiden Schwestern schwer, deshalb standen diese immer in innigem Kontakt und gegenseitiger Fürsorge zusammen.

Die besonders musikalisch begabte Schwester unterrichtete mit Liebe von 1936 bis 1960 an der Förderschule lernbehinderte Kinder und  Jugendliche. Diese lange Lehrtätigkeit unterbrach sie in den fünfziger Jahren mit dem Fortbildungslehrgang zur Sonderschullehrerin. 1960 wechselte sie für einige Jahre, um in der Unterstufe des  Gymnasiums  geisteswissenschaftliche Fächer zu unterrichten. Von 1966 bis 1981 war sie aber wieder in der Oberstufe der Schule für Lernbehinderte als Lehrerin tätig. In den folgenden Jahren half sie ehrenamtlich dem Kollegium in Religions- und Musikunterricht aus. Noch viele Jahre erteilte sie im Kindergarten St. Norbert den kleineren Kindern Flötenunterricht und  versuchte in ihnen die Liebe zur Musik zu wecken.

Ihre Freizeit verbrachte Sr. Landelina nicht untätig. Viele Abende und Sonntage verbrachte sie gemeinsam mit einigen Mitschwestern in der Vorbereitung und Durchführung von größeren und kleineren Volksschauspielen  wie z.B. die Hexe von Karrenberg oder dem Spiel über das Leben von Dominikus Ringeisen.

Trotz der vielseitigen und zeitfordernden Tätigkeiten lebte sie treu ihren Glauben im persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet. In besonderer Weise konnte sie im Gesang Gott loben und preisen. Den Gottesdiensten gab sie als Sopransängerin, auch als Solistin, im Mutterhaus und v.a. im Haus St. Josef einen besonderen Klang. Bis ins hohe Alter von über 80 Jahren begleitete sie im Haus St. Josef an der Orgel die Gottesdienste.

Im Jahr 2004, das Haus St. Josef wurde umgebaut, wechselte Sr. Landelina in den Konvent von St. Salvator auf die Station für ältere Schwestern.  Hier verbrachte sie in schwesterlicher Gemeinschaft, dankbar für jede Zuwendung und jeden Besuch, ihren Lebensabend. Tapfer trug sie die Leiden des Alters und nahm bis zu ihrem vorletzten Lebenstag an den gemeinsamen Gebetszeiten in der Kapelle teil. Überraschend schnell verstarb sie am frühen Abend des 25. Juli 2013.

landelina

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Sr. M. Eberharda (Barbara) Jeckle, gest. 21. Juni 2013

Das ganze Leben war Sr. M. Eberharda in Ursberg daheim. Sie kam als Tochter des Schmiedemeisters Anton Jeckle und seiner Frau Barbara am 27. Juni 1921 in Bayersried zur Welt. Auf den Namen Barbara getauft, wuchs sie mit ihren sechs Geschwistern in der Nähe des Klosters und der Behinderteneinrichtung auf. Sie gehörte zur Pfarrei St. Johannes Ev. und besuchte die Schulen in Ursberg. Bis 1934 war es die Volksschule und anschließend die Lehrerinnenbildungsanstalt der St. Josefskongregation, die sie mit der mittleren Reife im Jahr 1937 abschloss. Es folgte die Ausbildung zur Erzieherin.

Immer waren dem Mädchen die Ordensschwestern nahe, so dass in ihr der Wunsch wuchs, im Kloster Gott und den Menschen zu dienen. all ihre Liebe wollte sie den Menschen in Ursberg schenken. Deshalb sie um Aufnahme in die Schwesterngemeinschaft und begann am 4. Oktober 1940 im Noviziat ihr Leben in der Nachfolge Jesu. Am Franziskustag 1942 legte sie Erste Profess und drei Jahre später die Ewige Profess ab.

Das Leben in Verbundenheit mit Gott half Sr. Eberharda schwere Stunden der Krankheit und des Leidens zu bewältigen und sich immer wieder neu dem Dienst an und für die Menschen zu stellen. Sie wusste um ihre schwache Nervenkraft und wollte den Menschen an ihrer Seite alles recht machen. Gemütvoll, aufrichtig, ruhig und freundlich begegnete sie allen und war bereit für jede Aufgabe, die ihr aufgetragen wurde. Viele Jahre wirkte sie in Wohngruppen. Von 1944 an bis 1960 war sie verantwortlich für die schwer- und schwerstbehinderten Kleinkinder im "Engelhof", wie diese Wohngruppe damals bezeichnet wurde. Die sensible Schwester tat diesen Dienst gerne. Von 1960 bis 1982 arbeitete sie dann gemeinsam mit Heimbewohnerinnen, Mitschwestern und Mitarbeiterinnen in der Großwäscherei von Ursberg. Ihr Arbeitsfeld lag vorwiegend im Sortierzimmer und hier erwarb sie sich ihr erstaunliches Wissen um die Wäschenummern der Ursberg lebenden Personen. Noch im hohen Alter, nach vielen Jahren des Ausscheidens, konnte sie sagen, wem eine bestimmte Wäschenummer zuzuordnen war. Die Schwester kannte kein freies Wochenende, denn an diesen löste sie in Wohngruppen ab und stand den Gruppenschwestern zur Seite. Das Wohlbefinden der Heimbewohnerinnen war ihr ein Anliegen. Mittlerweile über 60 Jahre alt, wurde die Arbeit in der Wäscherei und den Wohngruppen zu beschwerlich für Sr. Eberharda. Sie wechselte in das Schwesternrefektor des Konventes von St. Martha, der ihr schon viele Jahre eine Heimat war. Dort versah sie den Dienst in der Sorge für ihre Mitschwestern bis in das Jahr 2000 hinein. Nun war der Konvent von St. Salvator ihr neues Zuhause. Zunächst half die 80jährige Schwester noch im Refektor mit, aber ihre Kräfte ließen nun nach. Freundlich und dankbar begegnete sie ihren Mitschwestern und allen, die für sie sorgten, Gästen und  Besuchen schenkte sie ein liebevolles Lächeln.

Wichtig waren Sr. Eberharde die gemeinsamen Gebetszeiten und Gottesdienste, die sie mit Freude erfüllten. Noch zwei Tage vor ihrem Sterben konnte sie gemeinsam mit dem Schwesternkonvent Eucharistie feiern. Allen, die mit ihr lebten, konnten erkennen wie sehr das religiöse Leben sie stärkte. An ihrem Sterbetag, Freitag, 21. Juni 2013, empfing sie die Krankensalbung und sie dankte den Anwesenden mit dem ihr eigenen Lächeln für dieses gemeinsame Beten.

eberharda

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Sr. M. Sigisbald (Theresia) Simon, gest. 28. Mai 2013

Das Leid und die Sorge um andere begleitete Sr. M. Sigisbald ihr Leben lang. Am 10.  August 1932 in Weinberg, Landkreis Dingolfing, geboren, verlor sie bereits im Alter von drei Jahren ihre Mutter. Der Vater heiratete bald wieder, aber auch er verstarb noch während der Jugendzeit der kleinen Resi im Jahr 1942. Auch zwei ihrer acht Geschwister starben im Kleinkindalter. Nach der Volksschulzeit von  1939 bis 1945 besuchte Theresia zwei Jahre die   landwirtschaftliche Berufsschule bei den Armen Schulschwestern in Marklkofen.  Von 1948 bis zu ihrem Eintritt 1953 arbeitete sie als Dienstmädchen bei einem Landwirt. Zwischenzeitlich sorgte sie als älteste Tochter  für die Familie,  da ihre zweite Mutter längere Zeit krank war.

Viele Jahre trug Sr. Sigisbald den Wunsch in sich als Ordensschwester für Gott zu leben. Sie war Mitglied der Marianischen Kongregation. Ihre Familie aber sah dieses Lebensziel nicht als erstrebenswert an und war auf die Hilfe der jungen Frau angewiesen, so dass Sr. Sigisbald erst nachdem sie volljährig geworden war, ihren Entschluss in die Tat umsetzen konnte. Ursberg war ihr von ihrer Cousine, Sr. M. Aribert,  her bekannt  und  gerne wollte sie wie diese in den Brüdern und Schwestern  mit Behinderungen dem Herrn dienen. Im November 1953 konnte sie, da ihre Halbgeschwister mittlerweile herangewachsen waren, in die Gemeinschaft als Kandidatin eintreten. Am 19. März 1955 wurde sie in das Noviziat der St. Josefskongregation aufgenommen und wurde in das Klosterleben eingeführt. Am Josefstag 1957 legte sie Erste Profess ab. Drei Jahre später versprach sie in der Ewigen Profess als Schwester der St. Josefskongregation zu leben und zu wirken.

Mit Ausnahme eines Jahres während des Noviziates, in welchem sie im Mutterhaus häusliche Arbeiten verrichtete, war Sr. Sigisbald immer im Wohnbereich bei Menschen mit besonderem Hilfebedarf eingesetzt. Zunächst waren dies die Kinder, Erwachsenen und Lehrlinge in den Häusern St. Josef und St. Vinzenz. Während dieser Zeit absolvierte sie neben der Tätigkeit im Wohnheim die Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin.

1975 vollzog sich ein Wechsel. Sr. Sigisbald zog in den Schwesternkonvent von Pfaffenhausen und widmete sich von da an  blinden und sehbehinderten Menschen. Sie arbeitete viele Jahre ohne weiteres Personal in der Gruppe Stefan mit 15 älteren Herren. Sie begegnete den Anvertrauten mit großer Sympathie und Liebe. Sie war fasziniert von deren Fähigkeiten, wie z. B. der Orientierungsfähigkeit, und teilte gerne mit diesen ihr Leben. Sie war Tag und Nacht in der Gruppe für die Bewohner da. Neben den anfallenden Arbeiten im Haus hat sie mit den Bewohnern viel gesungen, ihnen aus der Zeitung vorgelesen, mit ihnen gespielt und gebastelt. Gemeinsame Spaziergänge, Ausflüge  und Feiern, aber auch das gemeinsame Gebet mit den Heimbewohnern und Schwestern bereicherten das Leben. In späteren Jahren standen Mitarbeiter Sr. Sigisbald zur Seite und sie konnte sich zurückziehen, denn auch das Miteinander mit den Schwestern im Konvent war ihr ein Anliegen. Im Februar 2006 übernahm sie die Konventküche. Hier konnte sie ihre Liebe zum Kochen und Backen ausleben und ihre Mitschwestern verwöhnen. Nach einigen Jahren aber wurden ihre Kräfte geringer und Sr. Sigisbald, die ihr Leben lang für andere Menschen da war, war nun auf Hilfestellung angewiesen. Sie verbrachte ihren Lebensabend seit dem Januar 2010 auf der Altenpflegestation von St. Camillus, wo sie am 28. Mai 2013 verstorben ist.

Mit folgenden Worten verabschiedeten sich die Pfaffenhausener im Jahr 2010 in ihrem Rundbrief von Sr. Sigisbald: „Sr. Sigisbald war bei den Bewohnern, Mitschwestern und Mitarbeitern als aufgeschlossene Persönlichkeit mit dem Herz auf dem rechten Fleck bekannt. Jahrzehnte lang sorgte sie wie eine Mutter für die ihr anvertrauten Menschen mit Behinderung und pflegte auch nach  ihrem Ausscheiden aus dem Gruppendienst noch regelmäßig den Kontakt zu ihrer Stefansgruppe. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz für das Dominikus-Ringeisen-Werk Pfaffenhausen und wünschen Ihnen in Ihrem neuen Zuhause alles Gute und Gottes Segen!“

Wir leben in dem Vertrauen, dass sie nun nach beschwerlichen Jahren  in der Herrlichkeit bei Gott ihr neues und ewiges Zuhause gefunden hat.

Sigisbald

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Sr. M. Renate (Elfriede) Konrad, gest. 16. Mai 2013

renate

Aus einer Landwirtsfamilie in Oberrohr nahe Ursberg stammend, war Sr. M. Renate ihr gesamtes Leben mit den Franziskanerinnen der St. Josefskongregation verbunden.  Sie kam am 14. Mai 1943 als drittes von vier Mädchen auf die Welt und wurde auf die Namen Agnes Elfrieda getauft, von allen aber Elfriede gerufen. In Ursberg besuchte sie von 1949 bis 1957 die Volksschule. Daran schloss sich in St. Maria die Damenschneiderlehre bei ihrer Lehrmeisterin Sr. M. Berchmana an. Anschließend arbeitete sie von 1960 bis 1962  im Wohnheim von St. Maria und lernte auf diese Weise die Arbeit bei Menschen mit Behinderungen und das Kloster kennen. Dieses  Zusammensein mit den anderen Lehrmädchen, Helferinnen und Schwestern weckte in ihr die Berufung zu einem Leben als Ordensschwester. Sr. Renate machte sich diesen Entschluss jedoch nicht leicht. Deshalb lebte und arbeitete sie ein halbes Jahr als Hausgehilfin bei einer Familie in Weiler im Allgäu. In dieser Abwesenheit von Ursberg reifte der Entschluss, in die Schwesternkandidatur einzutreten.

Sie trat im Oktober 1962 als Schwesternkandidatin ein, wurde am Josefstag 1964 in das Noviziat aufgenommen, legte zwei Jahre später die Erste Profess und am 19. März 1969 die Ewige Profess ab.

Zunächst war sie in einer Gruppe von gehörlosen und schwerhörigen Knaben eingesetzt, später in einer Gruppe von Mädchen, die zur Schule gingen. Gutmütig und fröhlich war das Zusammensein mit diesen. Sie war aber auch auf eine gute erziehliche Beeinflussung der Anvertrauten bedacht.  1968 wechselte sie ihre berufliche Aufgabe: Sie kam in die Krankenpflege. Von 1968 bis 1970 machte sie in Ursberg die Ausbildung zur Krankenschwester.

Ihr Einsatz im Ursberger Krankenhaus war auf den Krankenstationen wie auch im Labor. Von Herbst 1973 an wirkte sie auf der Schwesternstation, deren Leitung sie später übernahm.  Nachdem viele ältere Schwestern über längere Zeit auf dieser Station lagen und sich dort auch auf das Sterben vorbereiteten, war es Sr. Renate ein Anliegen, diese nicht nur pflegerisch, sondern auch seelsorgerlich zu begleiten. Viele zusätzliche Stunden und Nächte verbrachte sie an der Seite der sterbenden Schwestern, um ihnen zu vermitteln, dass Gott mit ihnen geht. 1996 wurde die Station zur Pflegestation umgewandelt und nun lag der Schwerpunkt auf dieser Aufgabe.

Sr. Renate selbst hatte in den letzten Jahren immer wieder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Die Augen und die Knochen, aber auch Allergien erschwerten ihr das Leben und Wirken, dennoch verlor sie trotz des Ausscheidens aus der aktiven Tätigkeit nie den Kontakt zu den Schwestern und Mitarbeiterinnen auf der Station.

Fröhlich, kameradschaftlich und freundlich belebte Sr. Renate die Schwesterngemeinschaft. Vielseitig interessiert, realistisch im Beobachten und Stellung beziehen sowie mit ihrem Hobby, dem Sticken, wusste sie sich einzubringen und anderen eine Freude zu bereiten. Als ihre Kräfte nachließen, zog sie sich mehr und mehr zurück, war aber immer, wenn man sie brauchte, hilfsbereit zur Stelle. Auch in den letzten Monaten, die von schwerer Krankheit gezeichnet waren, ließ ihr Interesse an den Menschen und ihrem Befinden nicht nach. Die letzten Lebenstage, in denen offensichtlich wurde, dass sie nicht mehr gesund werden würde, offenbarten ihren Glauben, den sie immer in stiller Treue gelebt hatte, und ihre Bereitschaft, sich in Gottes Willen zu fügen. „Ich habe keine Angst“, konnte sie an ihrem 70. Geburtstag, zwei Tage vor ihrem Sterben, den sie besuchenden Schwestern sagen.

In den frühen Morgenstunden des 16. Mai holte sie Gott heim in sein Reich.

Altarbild St. Camillus

Altarbild in der Kapelle von St. Camillus

Sr. M. Renate lebte viele Jahre im Konvent von St. Camillus.
Sie betete und feierte vor diesem Altarbild, das die Sorge für die kranken Menschen in der Nachfolge Jesu nach dem Vorbild des hl. Camillus zum Ausdruck bringt.

Jeder behandele die Kranken mit Sanftmut und Liebe, weil der Herr sagt:
“Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt Ihr mir getan.” 
Daher sehe jeder im Kranken die Person des Herrn. (Camillus von Lellis)

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Sr. M. Josefine (Josefina) Origenes, gest. 26. April 2013

josefine

Sr. M. Josefine kam am 25. Dezember 1951 in Manila, der Hauptstadt der Philippinen zur Welt. Das Leben der Philippiner ist geprägt von tiefem Familiensinn. So war das gesamte Leben von Sr. Josefine geleitet von der Sorge um ihre Angehörigen, die Eltern, die zwei Brüder und zwei Schwestern. Geliebt von ihrer Familie, wuchs sie in der Großstadt auf und besuchte von 1959 bis 1973 verschiedene Schulen. Sie erreichte einen Abschluss an einer Handelsschule, aber auch an einer polytechnischen Schule. Diese Ausbildungen befähigten sie zur Arbeit als Sekretärin und Röntgenassistentin.

In diesen Aufgaben fand die junge Frau nicht die Erfüllung, die sie für ihr Leben suchte. Deshalb trat sie auf den Philippinen in eine Gemeinschaft von Augustinerinnen ein. Kurz vor ihrer Profess, im Jahr 1978, bedrängte sie jedoch die Not der eigenen Familie, die auf ihre finanzielle Unterstützung angewiesen war. Deshalb arbeitete sie zunächst in ihrem Heimatland als Sekretärin in einem Baubüro. 1980 wollte sie in Deutschland eine Arbeitsstelle finden, die ihr größere finanzielle Mittel ermöglichten. Sie lernte die Schwestern der St. Josefskongregation in Percha am Starnberger See kennen, die ihr eine Arbeitsmöglichkeit anboten.  Hier wurde in Sr. Josefine wieder ihre Berufung zu einem Leben als Ordensfrau wach. Sr. M. Josefine rang lange mit sich, welchen Lebensweg sie einschlagen solle.

Am Franziskustag des Jahres 1982 trat sie in das Noviziat der St. Josefskongregation ein. Sie begegnete in dieser Ausbildungszeit in liebevoller Zuwendung den Schwestern auf der Altenstation, tat aber auch Dienst in Wohnheimen des Dominikus-Ringeisen-Werkes. Es wurde in dieser Zeit deutlich, dass ihre Stärke in der Zuwendung zu den Kindern liegt. Deshalb begann Sr. Josefine nach der ersten Profess am 4. Oktober 1984 mit der Ausbildung zur Kindergärtnerin. Sie besuchte nach einem Vorpraktikum im Ursberger Kindergarten die Berufsfachschule für Kinderpflege und anschließend die Fachakademie für Sozialpädagogik in St. Elisabeth in Augsburg. Nach dem Berufspraktikum in Augsburg/ Pferrse wechselte Sr. Josefine 1991 in den Ursberger Kindergarten. In diesem Jahr band sich Sr. Josefine mit der ewigen Profess für ihre gesamte Lebenszeit an die Gemeinschaft der Franziskanerinnen der St. Josefskongregation.

Sr. Josefine lebte in besonderer Weise ihren Glauben, den sie in stillen Gebeten, im Gesang und im Tanz ausdrückte und es war ihr wichtig, diesen Glauben in die Herzen der Ursberger Kinder zu legen. In unserer Schwesterngemeinschaft trug Sr. Josefine im intensiven Gebet Gott ihre Anliegen vor. Wer sie antraf, fand sie oft mit einem englischen Gebetbuch oder dem Rosenkranz in der Hand sowie vor einem der zahlreichen religiösen Darstellungen im Mutterhaus stehend  an. Treu besuchte sie das Stundengebet und die täglichen Eucharistiefeiern, wobei sie durchaus auch immer wieder Heimweh nach den liturgischen Vollzügen in ihrem Heimatland hatte, die fröhlicher und farbenfroher als bei uns üblich sind. Sie pflegte zahlreiche Kontakte mit philippinischen Frauen, die in Deutschland leben, um ihre Familien in der Heimat finanziell zu unterstützten. Immer wieder kamen diese, um mit Sr. Josefine zu beten, zu singen oder gemeinsam die hl. Schrift zu betrachten.

Sr. Josefine begegnete allen Menschen vorbehaltlos, freundlich und liebenswürdig. So entsprach ihr das Wirkungsfeld an der Mutterhauspforte, welche sie von 2003 an betreute. Charmant und entgegenkommend widmete sie sich den Gästen und sie fand Zeit, gemeinsam mit älteren Mitschwestern Hilfsdienste für den Schwesternkonvent zu erfüllen. Über all ihrem Engagement ließen Sr. Josefine aber nicht die Sorge um die Familie und die vielen Kinder in Not in ihrer Heimat los. Mit Hilfe vieler Freunde und ihr wohl gesonnener Menschen gelang es ihr, einen Kindergarten in Manila, den ihre Schwester leitete, zu unterstützen. Ihre Heimatbesuche nutzte sie, um die dort Tätigen in Arbeitsmethoden einzuführen. In freien Stunden in ihrem Alltag in Deutschland fertigte sie zahlreiche Bastelarbeiten an, die sie an Weihnachtsmärkten im Anliegen des Kindergartens verkaufte. Immer wieder machte sie auf die Arbeit in dem Kindergarten in Manila aufmerksam und so fanden sich Wohltäter. Zwei Tage vor ihrem Sterben sagte sie: „Ich war immer eine Bettlerin“. Aber Sr. Josefine wusste für wen sie bettelte, hilfsbedürftige Menschen in Manila, und sie war darüber nicht traurig, denn so konnte sie helfen.

Liebenswürdig blieb Sr. Josefine bis in die letzten Lebenstage hinein. Jeden, der sie besuchte, begrüßte sie mit einem Lächeln. Nie jammerte sie über ihre eigene Situation. Voller Hoffnung und in Glaubensstärke trug sie ihre unerwartet schwere Krankheit. Seit Monaten freute sie sich auf den Heimaturlaub in Manila, der im Abstand von einigen Jahren ihr für mehrere Wochen möglich war. Sie plante einen Flug für den 26. April. Aber an diesem Tag ging ihre Reise nicht auf die Philippinen, sondern Gott holte sie nach einer kurzen, aber schweren Krankheit an diesem Tag in die ewige Heimat, in seine Nähe.

josefine

Noch am Rosenmontag diesen Jahres erfreute uns Sr. Josefine 
bei unserer Konventfaschingsfeier mit einer Tanzvorführung.
Niemand ahnte wie krank sie ist.

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